Abbott hebt Jahresprognose an – Diagnostik und Herzgeräte überzeugen
Starke Quartalszahlen und wachsende Nachfrage nach Krebsdiagnostik und Herzgeräten treiben Abbotts Aktie vorbörslich um fast 4% nach oben.

Der US-amerikanische Medizintechnikkonzern Abbott hat am Donnerstag seine Jahresgewinnprognose für 2026 angehoben und dabei die Erwartungen der Analysten im zweiten Quartal übertroffen. Als Treiber gelten die starke Nachfrage nach dem neu erworbenen Krebsdiagnostik-Geschäft sowie nach Herzgeräten. Die Aktie reagierte vorbörslich mit einem Kursanstieg von knapp 4%.
Für das zweite Quartal meldete Abbott einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 1,31 US-Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 1,28 US-Dollar. Der Gesamtumsatz lag mit 12,59 Milliarden US-Dollar leicht über den Erwartungen von 12,5 Milliarden US-Dollar. Damit unterstreicht Abbott seine Fähigkeit, trotz eines herausfordernden Marktumfelds solide Ergebnisse zu liefern.
Krebsdiagnostik gleicht COVID-Rückgänge aus
Ein zentraler Wachstumstreiber ist das Krebsdiagnostik-Segment, das nun den Darmkrebsvorsorgetest Cologuard sowie den Brustkrebstest Oncotype DX umfasst – beide stammen aus der kürzlich abgeschlossenen Übernahme von Exact Sciences. Der Umsatz im gesamten Diagnostik-Segment stieg im zweiten Quartal um beeindruckende 42% auf 3,09 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Analystenerwartung von 3,02 Milliarden US-Dollar. Dieses Wachstum hilft Abbott, die anhaltenden Umsatzrückgänge bei COVID-19-Testprodukten abzufedern.
Beim Flaggschiff-Test Cologuard verzeichnete Abbott ein Wachstum im mittleren Zehnerbereich, das laut Unternehmensangaben von einer wachsenden Basis sowohl neuer als auch wiederkehrender Nutzer profitiert. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiges Signal: Abbott diversifiziert sein Diagnostikportfolio gezielt weg von pandemieabhängigen Produkten hin zu strukturell wachsenden Bereichen wie der Krebsfrüherkennung.
Medizintechnik und Diabetes Care mit solidem Wachstum
Das Segment Medizintechnik, das unter anderem Geräte für Elektrophysiologie und strukturelle Herzerkrankungen umfasst, erzielte einen Quartalsumsatz von 5,85 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und leicht über der Analystenschätzung von 5,82 Milliarden US-Dollar. Analysten beobachten Medizintechnikunternehmen derzeit besonders aufmerksam, da schwächere Operationsvolumina und eine steigende Zahl nicht versicherter Personen den Bereich der elektiven Eingriffe unter Druck setzen. Abbott gilt aufgrund seines Fokus auf Elektrophysiologie und strukturelle Herzerkrankungen jedoch als vergleichsweise widerstandsfähig.
Auch das Segment Diabetes Care lieferte solide Zahlen: Der Umsatz stieg um 10,5% auf 2,19 Milliarden US-Dollar. Zu diesem Segment gehören die kontinuierlichen Glukosemessprodukte (CGM) FreeStyle Libre und Lingo, die weltweit stark nachgefragt werden. J.P.-Morgan-Analyst Robbie Marcus kommentierte: „Es scheint, dass sich der globale CGM-Markt in einem Wachstumsbereich von 8% bis 12% eingependelt hat, und wir gehen davon aus, dass Abbott künftig im Wachstumsbereich von 8% bis 10% bleiben wird."
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Zur AktienanalyseAngehobene Jahresprognose und Ausblick auf Q3
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Abbott nun einen bereinigten Gewinn je Aktie in einer Spanne von 5,45 bis 5,60 US-Dollar. Die vorherige Prognose hatte noch eine Spanne von 5,38 bis 5,58 US-Dollar vorgesehen. Die Anhebung signalisiert das Vertrauen des Managements in die Fortsetzung des Wachstumskurses.
Für das dritte Quartal 2026 prognostiziert Abbott einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,38 und 1,46 US-Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 1,42 US-Dollar gerechnet – ein Wert, der innerhalb der von Abbott kommunizierten Spanne liegt. Die Kombination aus starker Diagnostik, wachsendem Herzgerätegeschäft und einem stabilen CGM-Markt positioniert Abbott als einen der robusteren Akteure im globalen Medizintechniksektor.

