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Adler Group veröffentlicht Geschäftsberichte und plant Neuausrichtung

Finanzchefwechsel und Immobilienverkäufe trotz stabilisierter Bewertung geplant

Adler Group veröffentlicht Geschäftsberichte und plant Neuausrichtung

Der Immobilienkonzern Adler Group hat seine geprüften Geschäftsberichte für die Jahre 2022 und 2023 veröffentlicht, nachdem dies über einen längeren Zeitraum verzögert wurde. Der Konzern sieht sich nun in einer stabilen Position für die Zukunft. Der Vorstandsvorsitzende Thierry Beaudemoulin betonte, dass die Prüfungsergebnisse und die neue Kapitalstruktur eine solide Grundlage für die kommenden Jahre bieten würden. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen einen Wechsel auf der Position des Finanzchefs an. Thomas Echelmeyer, bisheriger Finanzchef, verlässt das Unternehmen, während Thorsten Arsan, ein Branchenexperte, als sein Nachfolger benannt wurde.

Die Adler Group hatte in der Immobilienkrise erhebliche Verluste in Milliardenhöhe erlitten. Diese finanziellen Belastungen wurden jedoch nicht nur durch äußere Umstände verursacht; es gab auch interne Schwierigkeiten. So verweigerte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG der Adler Group das Testat für den Jahresabschluss 2021 und nahm auch das Mandat für 2022 nicht an. Daraufhin wurde die luxemburgische Avega Revision mit der Prüfung beauftragt. Zusammen mit drei weiteren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften wurde eine genaue Überprüfung der Unternehmenszahlen durchgeführt. Laut Verwaltungsratsvorsitzendem Stefan Brendgen seien die Jahresabschlüsse für 2022 und 2023 nun „ohne jegliche Anpassungen“ veröffentlicht worden.

Das Immobilienportfolio der Adler Group umfasst noch rund 25.000 Wohnungen, die überwiegend in Berlin und Nordrhein-Westfalen liegen. Im Jahr 2021 lag die Zahl der Wohnungen noch bei über 70.000, wobei viele davon im Rahmen der Schuldentilgung verkauft wurden. Größter Anteilseigner ist das deutsche Immobilienunternehmen Vonovia, das einen Anteil von 15,88 Prozent hält. Die Geschäftsjahre 2022 und 2023 waren geprägt von hohen Verlusten. Während 2022 ein Minus von knapp 1,7 Milliarden Euro verzeichnet wurde, belief sich der Verlust im Jahr 2023 auf rund 1,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2024 betrug das Minus 507 Millionen Euro, wobei jedoch eine geringere Abwertung des Immobilienbestands erforderlich war.

Beaudemoulin äußerte die Erwartung, dass sich die Bewertung des Wohnungsbestands stabilisieren werde. Zudem kündigte er an, dass sich die Adler Group weiterhin von weiteren Immobilienbeständen trennen wird. Trotz des derzeit geringeren Drucks auf Portfolioverkäufe beabsichtige das Unternehmen, aktiv am Markt zu bleiben und auch zukünftig Verkäufe durchzuführen.

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