Adnoc übernimmt deutschen Chemiekonzern Covestro
Investitionsvereinbarung sichert Eigenständigkeit und schützt deutsche Arbeitsplätze bis 2032

Der arabische Ölkonzern Adnoc plant, den deutschen Chemiekonzern Covestro zu übernehmen. Der Vorstandsvorsitzende von Covestro, Markus Steilemann, äußerte sich positiv über die Auswirkungen dieser Übernahme für den deutschen Standort und erklärte, dass sie dem Unternehmen bei der Umsetzung seiner Wachstumsstrategie helfen werde. Covestro und Adnoc haben eine Investitionsvereinbarung unterzeichnet, die vom Vorstand und Aufsichtsrat von Covestro unterstützt wird.
Steilemann betont, dass Adnoc großes Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit und Strategie von Covestro habe. Die Eigenständigkeit des Unternehmens sei gesichert, inklusive der Mitbestimmung im Aufsichtsrat und der Beteiligung unabhängiger Aufsichtsräte. Zudem wurde vereinbart, dass es bis 2032 in Deutschland keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Bisher gab es keine Signale aus der Politik oder von Behörden, die auf Widerstände gegen den Verkauf hindeuten.
Adnoc strebt an, Covestro zu einer weltweiten Plattform im Spezialchemiesegment auszubauen, um eines der fünf größten Chemieunternehmen der Welt zu schaffen. Der Kaufpreis für Covestro beläuft sich auf 62 Euro pro Aktie. Steilemann betont, dass nicht allein der Kaufpreis entscheidend war, sondern ein Gesamtpaket, das die Weiterentwicklung des Unternehmens, Corporate-Governance-Themen und Beschäftigungsbedingungen umfasst. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Aktionären, und es wird erwartet, dass der Deal im zweiten Halbjahr 2025 abgeschlossen wird.
Steilemann zeigt sich erleichtert und optimistisch über die künftige Zusammenarbeit mit Adnoc, die Covestro nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch ein erhebliches Know-how im Bereich Fusionen und Übernahmen bieten soll. Bereits nach Abschluss der Übernahme sollen Barmittel in Höhe von 1,17 Milliarden Euro an Covestro fließen, was als starkes Signal für die Zukunft des Unternehmens gewertet wird.
Entgegen möglichen Befürchtungen, dass ein weiterer großer deutscher Konzern durch den Verkauf seine Eigenständigkeit verliert, sieht Steilemann den Deal als positives Signal für den Standort Deutschland. Es sei ein Zeichen dafür, dass ein ausländisches Unternehmen eine Direktinvestition in ein deutsches Unternehmen tätige, ohne dass Standortschließungen oder Einschränkungen bei Garantien für Arbeitnehmer befürchtet werden müssten.
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Zur AktienanalyseDie Gespräche mit Adnoc seien konstruktiv verlaufen, und der Verkauf sei kein gewöhnlicher Deal. Es handelt sich um die größte Transaktion zwischen einem europäischen Unternehmen und einem strategischen Investor aus dem Nahen Osten. Ein langfristiger Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen sowie die Beibehaltung der Eigenständigkeit und der operativen Führung durch das Management wurden im Rahmen der Vereinbarung geregelt.
Steilemann selbst bleibt laut eigenen Angaben dem Unternehmen weiterhin treu und hat einen laufenden Vertrag bis 2028. Die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Unternehmen haben nach seiner Einschätzung die Verhandlungen nicht verzögert. Vielmehr sei die Komplexität des Deals dafür verantwortlich gewesen, dass die Gespräche fast ein Jahr gedauert haben.

