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Ärzte wehren sich gegen Abschaffung der Telefon-Krankschreibung

Politiker und Arbeitgeber kritisieren, Mediziner warnen vor Überlastung der Praxen

Ärzte wehren sich gegen Abschaffung der Telefon-Krankschreibung

In Deutschland gibt es derzeit Diskussionen über die Zukunft der telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt und 2023 als dauerhafte Regelung beschlossen wurde. Die Maßnahme erlaubt es Patienten, sich telefonisch krankschreiben zu lassen, sofern sie der Praxis bekannt sind und keine schweren Symptome aufweisen. Während einige Politiker und Vertreter der Wirtschaft die Abschaffung fordern, verteidigen Ärzte das Modell und warnen vor negativen Folgen für das Gesundheitssystem.

Der Verband der Hausärztinnen und Hausärzte hat die telefonische Krankschreibung als eine der wenigen erfolgreichen politischen Maßnahmen zur Entbürokratisierung des Gesundheitswesens bezeichnet. Die Bundesvorsitzende Nicola Buhlinger-Göpfarth äußerte, dass eine Abschaffung „schlichtweg absurd“ sei und warnt davor, die Versorgung von Patienten mit Infektionskrankheiten zu gefährden. Sie betont, dass die Praxen nicht über die Kapazitäten verfügen, um die Folgen einer Abschaffung aufzufangen. Die Vorwürfe, dass Patienten die telefonische Krankschreibung missbrauchen, könnten nicht bestätigt werden, so Buhlinger-Göpfarth.

Auch Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer, spricht sich für die Beibehaltung der Maßnahme aus. Er wies im Bayerischen Rundfunk darauf hin, dass die Abschaffung einen erheblichen Mehraufwand für die Praxen bedeuten würde. Patienten mit leichten Erkältungen müssten dann persönlich erscheinen, was die Arbeit der Ärzte erschweren und die Kapazitäten der Praxen weiter belasten würde. Reinhardt betonte, dass er dies bereits dem Finanzminister Christian Lindner in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt habe.

Die Diskussion wird auch von wirtschaftlicher Seite angeheizt. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände, forderte eine Rückkehr zum traditionellen Verfahren, bei dem Patienten persönlich in die Praxis kommen müssen. Er äußerte Bedenken, dass die telefonische Krankschreibung den Missbrauch begünstigen könnte und sprach von „ungerechtfertigten Praktiken“ digitaler Anbieter.

Auf politischer Ebene hat Finanzminister Lindner angedeutet, dass eine Abschaffung der telefonischen Krankschreibung Teil einer Überprüfung im Rahmen der Wachstumsinitiative der Bundesregierung sei. Obwohl er niemandem unterstellen wolle, die Regelung auszunutzen, sieht er eine Korrelation zwischen dem Anstieg des Krankenstands und der Einführung der Maßnahme. Reinhardt widerspricht dieser Darstellung jedoch und sieht keinen Zusammenhang zwischen der telefonischen Krankschreibung und den steigenden Krankenständen.

Die Einführung der telefonischen Krankschreibung während der Pandemie sollte die Praxen entlasten und gleichzeitig die Verbreitung von Infektionen durch unnötige Arztbesuche verhindern. Seit ihrer Einführung ist die Maßnahme aus Sicht vieler Ärzte eine wichtige Unterstützung, um den Praxisbetrieb effizienter zu gestalten und Patienten weiterhin eine unkomplizierte Betreuung zu ermöglichen.

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