Ärztestreik während der Feiertage: Praxen bleiben geschlossen
Hintergründe, Forderungen und Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung in Deutschland

Wer in diesen Tagen gesundheitliche Beschwerden hat, könnte vor einer Herausforderung stehen, da viele Arztpraxen ihre Türen geschlossen halten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen machen einige Praxen ohnehin Urlaub während der Feiertage, zum anderen haben Ärzteverbände einen Streik angekündigt, der heute beginnt und bis zum Jahreswechsel andauern wird. Dieser Protest richtet sich gegen die Überlastung der Praxen und die bürokratischen Hürden, die Ärzte in Deutschland zunehmend frustrieren.
Die Aktion, die von mehr als 20 Ärzteverbänden unterstützt wird, ist eine Reaktion auf die Gesundheitspolitik des Bundesministers Karl Lauterbach. Unter dem Motto "Praxis in Not" haben diese Verbände dazu aufgerufen, Hausarzt- und Facharztpraxen deutschlandweit zwischen den Jahren geschlossen zu halten. Die Ärzte beklagen eine massive Überlastung, die nahezu jede Arztpraxis aktuell betrifft. Dirk Heinrich, der Vorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, betonte vor dem Streik, dass die Situation nicht länger tragbar sei. Tausende Praxen könnten bis zum Neujahr geschlossen bleiben, und die Patienten wurden aufgefordert, sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu wenden und für dringende Notfälle eine Vertretung zu organisieren.
Ein weiterer Grund für den Streik ist die Budgetknappheit in den Praxen, die sich negativ auf die Entlohnung der Medizinischen Fachangestellten (MFA) auswirkt. In einem Aufruf auf der Website des Verbands heißt es, dass die MFA in dieser Zeit freigestellt werden, als Anerkennung für ihre harte Arbeit und als Ausgleich, da sie bisher keinen staatlichen Corona-Bonus erhalten haben. Dirk Heinrich merkt an, dass der Mindestlohn für Pflegehilfskräfte mittlerweile höher liegt als der Tariflohn für gelernte MFA. Dieser Umstand wird von Arbeitgebern und Arbeitnehmern als Hauptgrund für die unzureichende Entlohnung der MFA angesehen.
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Zur AktienanalyseDie Reaktionen auf den Ärztestreik sind gemischt. Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, kritisierte den Streik als eine Maßnahme, die vor allem ältere und schwache Menschen betrifft. Gesundheitsminister Karl Lauterbach äußerte ebenfalls kein Verständnis für den Arbeitsausstand der Ärzte und betonte, dass die Forderungen der Ärzteschaft bereits bekannt seien. Dennoch signalisierte er die Bereitschaft, im Januar mit den Hausärzten zu einem Krisengipfel zusammenzutreffen, um die überlasteten Praxen und die bürokratischen Herausforderungen zu besprechen. In der Zwischenzeit werden viele Patienten in den kommenden Tagen auf alternative Versorgungsmöglichkeiten angewiesen sein, da zahlreiche Arztpraxen geschlossen bleiben.


