AfD wählt Führungsduo wieder – Chrupalla verliert an Rückhalt
Auf dem Parteitag in Erfurt demonstriert die AfD Geschlossenheit vor den entscheidenden Landtagswahlen in Ostdeutschland.

Die Alternative für Deutschland hat auf ihrem Parteitag in Erfurt am Samstag ihre Doppelspitze im Amt bestätigt. Die Partei sendete damit ein Signal der Einheit – und das kurz vor den wichtigen Landtagswahlen in Ostdeutschland im Herbst, bei denen die AfD erstmals Regierungsverantwortung übernehmen könnte.
Alice Weidel, die dem gemäßigteren Flügel der Partei zugerechnet wird, erzielte dabei das stärkere Ergebnis. Sie wurde mit 81 Prozent der Delegiertenstimmen als Co-Vorsitzende wiedergewählt. Das Ergebnis stärkt ihre Position innerhalb der Parteiführung erheblich.
Chrupalla mit deutlichem Stimmenverlust
Ihr Co-Vorsitzender Tino Chrupalla schnitt hingegen schwächer ab. Der dem völkisch-nationalistischen Flügel der Partei nahestehende Politiker erhielt 70 Prozent der Stimmen – ein spürbarer Rückgang im Vergleich zu seinem Ergebnis auf dem vorangegangenen Parteitag vor zwei Jahren. Damit zeigt sich trotz der zur Schau gestellten Geschlossenheit eine interne Spaltung innerhalb der Partei.
Das unterschiedliche Abschneiden der beiden Vorsitzenden spiegelt die ideologischen Spannungen wider, die die AfD seit Jahren begleiten. Weidel gilt als pragmatischere Figur, während Chrupalla stärker für den nationalistischen Parteiflügel steht. Die Diskrepanz von elf Prozentpunkten zwischen den beiden Ergebnissen ist dabei ein deutliches Signal der Delegierten.
Ostdeutschland im Fokus
Die Bedeutung des Parteitags ist vor allem im Kontext der bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland zu sehen. Die AfD, die in Teilen vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, könnte bei diesen Wahlen erstmals in Regierungsverantwortung gelangen. Umfragen sehen die Partei in mehreren ostdeutschen Bundesländern als stärkste Kraft.
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Zur AktienanalyseDie Wiederwahl der Parteispitze ohne Gegenkandidaten und mit soliden Mehrheiten soll nach außen hin Stabilität und Handlungsfähigkeit demonstrieren. Intern jedoch offenbaren die unterschiedlichen Zustimmungswerte für Weidel und Chrupalla, dass die Flügelkämpfe innerhalb der Partei keineswegs beigelegt sind.
Für Anleger und Beobachter der deutschen Innenpolitik bleibt die AfD ein zentraler Faktor im politischen Geschehen. Ihre mögliche Regierungsbeteiligung auf Landesebene könnte die politische Landschaft in Ostdeutschland nachhaltig verändern und auch wirtschaftspolitische Weichenstellungen in den betroffenen Bundesländern beeinflussen.


