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Airbus fordert Schadenersatz von Pratt & Whitney wegen Triebwerksverzögerungen

Der Flugzeugbauer eskaliert den monatelangen Streit um knappe GTF-Triebwerksbestände mit einer formellen Schadenersatzforderung.

Airbus fordert Schadenersatz von Pratt & Whitney wegen Triebwerksverzögerungen

Airbus hat laut Insidern offiziell Schadenersatz von Pratt & Whitney gefordert. Hintergrund ist ein anhaltender Konflikt zwischen dem weltgrößten Flugzeugbauer und der RTX-Tochtergesellschaft über den Zugang zu knappen Getriebefan-Triebwerken (GTF). Der Streit belastet die Produktion der meistverkauften Airbus-Baureihe erheblich.

Im Kern des Konflikts steht die Frage, wer vorrangig Zugang zu den begrenzten Triebwerksbeständen erhält: die Endmontagelinien von Airbus oder die Fluggesellschaften, die bereits mit langen Warteschlangen bei Triebwerksreparaturen kämpfen. Beide Seiten haben vitale Interessen, was eine Einigung bislang erschwert hat.

Herzstück der A320neo-Familie

Die GTF-Triebwerke von Pratt & Whitney treiben mindestens 40 Prozent aller Flugzeuge der A320neo-Familie an. Diese Baureihe ist das meistverkaufte Modell von Airbus und ein zentraler Umsatzträger des Konzerns. Als direkter Konkurrent gilt das LEAP-Triebwerk von CFM International, einem Gemeinschaftsunternehmen von GE Aerospace und Safran.

Die Triebwerksknappheit ist kein neues Problem: Pratt & Whitney kämpft seit Jahren mit Lieferengpässen und Qualitätsproblemen bei den GTF-Motoren. Hunderte Flugzeuge weltweit mussten zeitweise am Boden bleiben, weil Ersatzteile und überholte Triebwerke fehlten. Fluggesellschaften wie Lufthansa, IndiGo und Air France-KLM waren davon betroffen.

Milliardenschwere Produktionsziele unter Druck

Für Airbus ist die Situation besonders brisant, da der Konzern seine Produktionsrate bei der A320neo-Familie deutlich steigern will. Verzögerungen durch fehlende Triebwerke gefährden diese Pläne direkt und können zu Vertragsstrafen gegenüber Fluggesellschaften führen. Mit der Schadenersatzforderung setzt Airbus nun ein klares Signal gegenüber dem Zulieferer.

Die Eskalation des Streits dürfte die Beziehung zwischen Airbus und Pratt & Whitney weiter belasten. Beobachter erwarten, dass beide Seiten letztlich eine außergerichtliche Einigung anstreben werden, da eine langfristige Zusammenarbeit für beide Unternehmen strategisch unverzichtbar ist. Wie hoch die konkrete Schadenersatzforderung ausfällt, ist bislang nicht bekannt.

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