Airbus führt „Team Gen 6": Acht Firmen planen neuen Kampfjet
Nach dem Scheitern von FCAS formiert sich eine Allianz aus acht Rüstungsunternehmen unter Airbus-Führung für einen europäischen Kampfjet.

Nach dem Ende des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS tut sich in der europäischen Rüstungsbranche Neues: Eine Gruppe von acht Unternehmen unter Führung von Airbus plant offenbar die Entwicklung eines Kampfjets der nächsten Generation. Das berichtet die „Financial Times" unter Berufung auf Insider.
Das Bündnis trägt den Namen „Team Gen 6" und soll noch in dieser Woche auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin offiziell vorgestellt werden. Die Allianz will damit demonstrieren, dass die deutsche Industrie bereit und in der Lage ist, einen Kampfjet der sechsten Generation gemeinsam mit europäischen Partnern zu entwickeln.
Die beteiligten Unternehmen im Überblick
Neben der Rüstungssparte von Airbus gehören dem Konsortium laut dem Bericht folgende Unternehmen an:
- Autoflug
- Diehl Defence
- Hensoldt
- Liebherr
- MBDA
- MTU Aero Engines
- Rohde & Schwarz
Die beteiligten Firmen haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Verteidigungsminister Boris Pistorius in einem Brief über das Vorhaben informiert. Airbus, Hensoldt und Rohde & Schwarz lehnten gegenüber der „Financial Times" eine Stellungnahme ab. Die übrigen Unternehmen sowie das Kanzleramt und das Verteidigungsministerium waren demnach für einen Kommentar nicht erreichbar.
Hintergrund: FCAS-Aus als Auslöser
Der Vorstoß ist eine direkte Reaktion auf das Ende des FCAS-Programms. Deutschland und Frankreich hatten das gemeinsame Kampfjet-Projekt wegen anhaltender industriepolitischer Streitigkeiten beendet – ein herber Rückschlag für die europäische Verteidigungskooperation. FCAS stand für „Future Combat Air System" und sollte ab den 2040er Jahren die alternden Eurofighter und Rafale ersetzen.
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Zur AktienanalyseMit „Team Gen 6" versucht die deutsche Industrie nun, die Initiative zurückzugewinnen. Als mögliche Partnerschaftsmodelle nennt die „Financial Times" zwei Optionen: Entweder könnte die Zusammenarbeit mit dem bisherigen FCAS-Partner Spanien fortgesetzt werden, oder Deutschland geht eine neue Partnerschaft mit Schweden ein. Beide Szenarien würden die europäische Dimension des Projekts erhalten.
Für Anleger im Rüstungssektor ist das Vorhaben ein relevantes Signal. Börsennotierte Unternehmen wie MTU Aero Engines und Hensoldt könnten bei einer erfolgreichen Formierung des Konsortiums langfristig von Großaufträgen profitieren. Die ILA Berlin gilt als wichtige Bühne für solche strategischen Ankündigungen – die offizielle Vorstellung des Bündnisses in dieser Woche dürfte für weitere Aufmerksamkeit sorgen.


