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Airbus senkt Produktionsziel wegen Triebwerks-Streit mit Pratt & Whitney

Europäischer Luftfahrtkonzern reduziert Hochlaufpläne für A320neo-Familie aufgrund fehlender Liefervereinbarungen mit RTX-Tochter.

Airbus senkt Produktionsziel wegen Triebwerks-Streit mit Pratt & Whitney

Airbus hat seine Produktionsziele für Schmalrumpfflugzeuge deutlich nach unten korrigiert und macht dafür den US-Triebwerkshersteller Pratt & Whitney verantwortlich. Der weltgrößte Flugzeugbauer strebt nun bis Ende 2026 eine monatliche Produktionsrate von 70 bis 75 Maschinen an, die sich ab 2027 bei 75 Flugzeugen stabilisieren soll. Ursprünglich hatte Airbus eine Rate von 75 Maschinen bereits für 2027 angepeilt.

In einer ungewöhnlich scharfen öffentlichen Kritik erklärte der europäische Konzern, dass das "Versäumnis von Pratt & Whitney, sich auf die von Airbus bestellte Anzahl von Triebwerken festzulegen", die Jahresprognose und den Produktionshochlauf negativ beeinflusse. Beide Unternehmen haben nach eigenen Angaben noch keine Einigung über Liefermengen für 2026 oder 2027 erzielt – normalerweise werden solche Vereinbarungen etwa 18 Monate im Voraus getroffen.

Die RTX-Tochter Pratt & Whitney kämpft derzeit mit erheblichen Lieferengpässen bei Triebwerken für die A320neo-Familie. Das Unternehmen ist mit einem Rückstau bei Inspektionen konfrontiert, nachdem ein Produktionsproblem aufgetreten war. Zudem machen knappe Bauteile dem Hersteller zu schaffen. Pratt & Whitney fertigt Triebwerke für 40 Prozent der Airbus-Mittelstreckenjets der A320neo-Serie.

Solide Quartalszahlen trotz Lieferproblemen

Trotz der Produktionssorgen legte Airbus solide Geschäftszahlen vor. Im vierten Quartal stieg das bereinigte Betriebsergebnis um 17 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. Der Umsatz kletterte um 5 Prozent auf 25,98 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert der Konzern 870 Flugzeugauslieferungen nach 793 im Vorjahr sowie ein bereinigtes Betriebsergebnis von rund 7,5 Milliarden Euro.

Die Spannungen zwischen Airbus und seinen Zulieferern sind nicht neu. Bereits vor etwas mehr als einem Jahr hatte sich der Flugzeugbauer mit seinem größten Triebwerkslieferanten CFM wegen Verzögerungen gestritten. Im Januar äußerte Airbus erstmals öffentlich Bedenken hinsichtlich der Lieferungen von Pratt & Whitney. Letzte Woche machte CFM deutlich, nicht bereit zu sein, in den Streit einzugreifen und die eigenen Lieferungen zu erhöhen.

Branchenweite Engpässe nach Pandemie

Die gesamte Triebwerksindustrie hat nach der COVID-19-Pandemie Schwierigkeiten, wieder an Fahrt zu gewinnen. Rick Deurloo, Präsident von Pratt & Whitney Commercial Engines, zeigte sich auf der Singapore Airshow Anfang Februar zuversichtlich, eine Einigung mit Airbus zu erzielen. RTX-CEO Chris Calio betonte Ende Januar, dass die Triebwerksauslieferungen insgesamt im vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen seien.

Triebwerke sind jedoch nicht das einzige industrielle Problem für Airbus. Im Dezember musste der Konzern bereits seine Auslieferungsprognosen senken, nachdem Mängel an Paneelen eines spanischen Zulieferers entdeckt worden waren. Die anhaltenden Lieferkettenprobleme verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Luftfahrtindustrie bei der Rückkehr zu Vor-Pandemie-Produktionsniveaus steht.

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