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Airline-Gipfel in Rio: Treibstoffschock und Flugzeugmangel belasten Branche

Auf dem IATA-Jahresgipfel in Rio de Janeiro kämpfen Airline-Chefs mit steigenden Kerosinkosten und Lieferverzögerungen bei Flugzeugherstellern.

Airline-Gipfel in Rio: Treibstoffschock und Flugzeugmangel belasten Branche

Die Chefs der weltweiten Fluggesellschaften sind am Samstag zu ihrem Jahresgipfel in Rio de Janeiro zusammengekommen – und die Stimmung ist getrübt. Der Iran-Krieg treibt die Treibstoffkosten in die Höhe, stört den Luftraum und trifft eine Branche, die sich gerade erst von den Folgen der Pandemie erholt hat. Die Fluggesellschaften versuchen, die gestiegenen Kosten durch höhere Ticketpreise und eine Reduzierung der Kapazitäten aufzufangen.

Die Jahrestagung der International Air Transport Association (IATA) findet vom 6. bis 8. Juni statt und steht damit unter keinem guten Stern. Die IATA vertritt mehr als 370 Fluggesellschaften, auf die rund 85 Prozent des weltweiten Luftverkehrs entfallen. Vor Ausbruch des Krieges hatte der Verband für das laufende Jahr einen Rekord-Nettogewinn von 41 Milliarden US-Dollar für die gesamte Branche prognostiziert – eine Zahl, die nun unter Druck geraten ist.

Gewinnprognose droht nach unten korrigiert zu werden

Branchenexperten und Analysten erwarten, dass die IATA ihren optimistischen Ausblick auf dem Treffen in Rio nach unten revidieren wird. Der Treibstoffschock durch den Iran-Krieg trifft die Fluggesellschaften zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt – nämlich dann, wenn ein zweites, strukturelles Problem die Lage zusätzlich verschärft: der anhaltende Mangel an neuen Flugzeugen.

Lieferverzögerungen bei den beiden Flugzeugbauern Boeing und Airbus haben viele Airlines dazu gezwungen, ältere und weniger treibstoffeffiziente Jets länger im Betrieb zu halten als geplant. Das erhöht nicht nur die Wartungskosten, sondern treibt auch den Kerosinverbrauch in die Höhe – ein doppelter Kostendruck in Zeiten steigender Ölpreise.

Doppelbelastung durch Treibstoff und Flugzeugmangel

Für die Fluggesellschaften ergibt sich damit eine schwierige Gemengelage: Auf der einen Seite steigen die Betriebskosten durch teureres Kerosin und den Einsatz älterer Maschinen. Auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten, diese Kosten vollständig an die Passagiere weiterzugeben, begrenzt – zu hohe Ticketpreise könnten die Nachfrage dämpfen und die Erholung des Luftverkehrs bremsen.

Die Branche befindet sich damit in einem Spannungsfeld, das kurzfristig kaum aufzulösen ist. Weder die geopolitische Lage noch die Lieferengpässe bei den Flugzeugherstellern lassen sich schnell beheben. Der IATA-Gipfel in Rio dürfte daher vor allem eines zeigen: Die Erholung der Luftfahrt nach der Pandemie ist fragiler als zuletzt erhofft.

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