Ajay Banga wird neuer Chef der Weltbank
Der neue Chef will den Fokus auf den Klimawandel lenken und für mehr Mitspracherecht sorgen

Die Weltbank steht vor einem Wandel. Der ehemalige Vorstandschef von Mastercard, Ajay Banga, wurde von US-Präsident Joe Biden für den Chefposten der Organisation nominiert und ist der einzige Kandidat für den Job. Banga will den Fokus der Weltbank auf den Klimawandel lenken und distanziert sich damit von seinem Vorgänger David Malpass, der wegen Äußerungen zum Klimawandel im Weißen Haus in Ungnade gefallen war. Der Gouverneursrat, das wichtigste Entscheidungsgremium der Weltbank, wird sich voraussichtlich einmal jährlich zur Jahrestagung treffen.
Die Weltbank wurde bereits am 27. Dezember 1945 gegründet und konzentriert sich seit Ende der 1940er Jahre auf die Entwicklungsländer. Die Organisation fördert die wirtschaftliche Entwicklung durch finanzielle Unterstützung, technische Beratung und Analysen. Langfristige Darlehen mit einer Laufzeit von 15 bis 20 Jahren sind dabei zentrales Instrument. Die Refinanzierung erfolgt durch die Mitgliedsländer und Anleihen am Kapitalmarkt. Die USA stellen traditionell den Präsidenten der Weltbank, da die Organisation ihren Hauptsitz in Washington D.C. hat und die USA mit mehr als 16 Prozent der größte Anteilseigner sind.
Deutschland, das viertgrößte Mitgliedsland der Weltbank, trat am 28. Juli 1952 bei und hat einen Kapitalanteil von 4,6 Prozent. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze unterstützte die Nominierung von Ajay Banga als neuen Präsidenten der Weltbank. Große Schwellenländer wie Brasilien, Argentinien, China, Indien und Südafrika fordern seit Jahren mehr Mitspracherecht bei der Weltbank. Kritiker zweifeln zudem daran, dass die Weltbank immer im Sinne der Entwicklungsländer handelt.
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Zur AktienanalyseDie Nicht-Regierungsorganisation urgewald deckte auf, dass von den für 2021 verplanten Darlehensgeldern der Weltbank für Energieprojekte 21 Milliarden US-Dollar in fossile Energieträger flossen. Lediglich sieben Milliarden US-Dollar wurden in den Ausbau klimaschonender Energieträger wie Wind- oder Solarkraft investiert. Auch die Statistiken der Weltbank stehen in der Kritik. Der Nobelpreisträger Paul Romer sprach in einem Interview von Manipulationen: "Die offiziellen Statistiken und Veröffentlichungen der Weltbank weisen viele grundlegende Schwächen auf. Offensichtliche Unehrlichkeit wird toleriert." Banga soll nun den Wandel bei der Weltbank einleiten und die Organisation für globale Krisen wie den Klimawandel öffnen.

