ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Alabama hält Anhörung zur Marihuana-Neueinstufung unter Trump ab

Konservative Aktivisten protestieren gegen die geplante Überführung von Marihuana von Schedule I in Schedule III auf Bundesebene.

Alabama hält Anhörung zur Marihuana-Neueinstufung unter Trump ab

Das Alabama Department of Public Health (ADPH) hat am Mittwoch eine öffentliche Anhörung zur geplanten Neueinstufung von Marihuana auf Bundesebene abgehalten. Hintergrund ist die Entscheidung der Trump-Regierung vom April, Cannabis von der strengsten Drogenkategorie „Schedule I" in die weniger restriktive Kategorie „Schedule III" zu überführen. Bereits der frühere Präsident Joe Biden hatte diese Umstufung für 2024 geplant, die entsprechenden Anhörungen wurden jedoch Anfang 2025 abgesagt.

Die Unterscheidung zwischen den Kategorien ist bedeutsam: Substanzen der Klasse „Schedule I" gelten als Stoffe mit dem höchsten Missbrauchspotenzial und ohne anerkannten medizinischen Nutzen. „Schedule III"-Substanzen hingegen wird ein lediglich geringes bis mäßiges Potenzial für körperliche und psychische Abhängigkeit zugeschrieben und ein legitimer medizinischer Einsatz anerkannt.

Konservative Aktivisten mit deutlicher Kritik

Bei der Anhörung meldeten sich mehrere konservative Stimmen zu Wort, die die Neueinstufung ablehnten. Becky Gerritson, Geschäftsführerin des Eagle Forum, warnte vor weitreichenden gesellschaftlichen Folgen: „Die Umstufung von Marihuana von Schedule I zu Schedule III stellt es auf eine Stufe mit Tylenol mit Codein. Dies sendet eine starke Botschaft an die Öffentlichkeit, dass diese Droge eine anerkannte medizinische Verwendung hat und ein relativ geringes Risiko darstellt." Sie betonte zudem: „Die Politik des ADPH sollte den wissenschaftlichen Belegen folgen, nicht der öffentlichen Meinung oder kommerziellem Druck."

Greg Davis, CEO des Alabama Citizens Action Program (ALCAP), einer konservativen Organisation, die Kirchen im gesamten Bundesstaat vertritt, schloss sich der Kritik an. Er appellierte eindringlich: „Ob wir es medizinisch nennen oder wie auch immer wir es nennen wollen – die Auswirkungen können dieselben sein." Davis bat im Namen der Kirchen Alabamas darum, die Umstufung abzulehnen, da diese oft mit den „verheerenden Folgen" des Drogenkonsums konfrontiert seien. Auch Susan Short, ein Mitglied der Öffentlichkeit, äußerte Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf Jugendliche und warnte vor einer Normalisierung der Substanz.

Einzige Gegenstimme: Befürworter sieht Risiko im Ignorieren der Bundesentwicklung

Als einziger Befürworter der Umstufung bei der Anhörung trat Joey Robertson auf, CEO und Präsident von Wagon Trail Med-Serv. Er argumentierte, dass das Ignorieren der Entwicklungen auf Bundesebene Misstrauen zwischen Patienten, Ärzten und dem Staat schüren könnte. „Dies ist ein kontrolliertes Programm im Bundesstaat Alabama, das nichts mit Kindern zu tun hat, außer mit jenen, die für diese Medikamente qualifiziert sind", sagte er. Robertson betonte zudem, dass der illegale Markt ohnehin wachsen werde, unabhängig von einer staatlichen oder bundesweiten Neueinstufung.

Das ADPH selbst hatte im Mai dafür gestimmt, Einspruch gegen die bundesweite Neuklassifizierung einzulegen – mit dem erklärten Ziel, mehr Zeit für die Prüfung der Umsetzung zu gewinnen. Dr. Scott Harris, Leiter des ADPH, hatte dabei jedoch klargestellt, dass das Ministerium „voll und ganz beabsichtige", die Änderung umzusetzen.

Rechtlicher Rahmen in Alabama

In Alabama gilt seit 2021 der sogenannte „Compassion Act", der den Rahmen für medizinisches Marihuana im Bundesstaat absteckt. Demnach gelten für Minderjährige unter 19 Jahren besondere Regelungen:

  • Der Konsum ist nur mit Zustimmung eines Elternteils oder Erziehungsberechtigten erlaubt
  • Eine entsprechende medizinische Diagnose ist zwingend erforderlich
  • Minderjährige dürfen ausschließlich medizinisches Marihuana mit einem THC-Gehalt von maximal 3 Prozent erhalten

Erst im vergangenen Monat verkaufte Callie's Apothecary, eine Abgabestelle in Montgomery, das erste legale medizinische Cannabis im Bundesstaat überhaupt. Die Entwicklung zeigt, wie dynamisch sich der rechtliche Rahmen in Alabama derzeit verändert.

Eine endgültige Entscheidung des ADPH zur Neueinstufung muss laut dem Chefjuristen der Behörde nach dem 5. August 2025 getroffen werden. Für deutsche Anleger und Beobachter des US-Cannabismarktes ist die Entwicklung in Alabama ein weiteres Indiz dafür, dass die Legalisierungsdebatte in den USA trotz des Vorstoßes der Trump-Regierung auf Bundesebene weiterhin stark von konservativen Kräften auf Staatsebene gebremst wird.

Marihuana NeueinstufungSchedule Iii CannabisAlabama CannabispolitikTrump DrogenpolitikMedizinisches Cannabis UsaAdph AnhörungCannabis Legalisierung Usa

Disclaimer