Alabama startet Medizinalcannabis-Markt mit einer einzigen Verkaufsstelle
Nach jahrelangen regulatorischen Hürden seit der Legalisierung 2021 nimmt Alabamas Medizinalcannabis-Programm endlich Fahrt auf.

Alabama hat am Dienstag offiziell sein Programm für medizinisches Cannabis gestartet. Der erste staatlich genehmigte Verkauf fand in Callie's Apothecary in der Landeshauptstadt Montgomery statt – vorerst die einzige Abgabestelle im gesamten Bundesstaat, in der Patienten legal medizinisches Cannabis erwerben können.
Das soll sich jedoch bald ändern. Sobald das Programm voll funktionsfähig ist, sollen landesweit zwölf Abgabestellen eröffnen, die von vier Unternehmen betrieben werden. Drei davon – CCS of Alabama, GP6 Wellness und RJK Holdings – haben bereits Lizenzen erhalten und werden ihre Standorte voraussichtlich noch in diesem Sommer eröffnen, wie John McMillan, Direktor der Alabama Medical Cannabis Commission, gegenüber dem Alabama Reflector erklärte. Eine vierte Lizenz ist noch Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten, wird aber voraussichtlich an Yellowhammer Medical Dispensaries vergeben.
Wer hat Zugang zum Programm?
Um am Medizinalcannabis-Programm teilnehmen zu können, müssen Patienten eine entsprechende Diagnose vorweisen und eine Empfehlung von einem bei der Alabama Medical Cannabis Commission registrierten Arzt erhalten. Derzeit befinden sich mehr als 300 Patienten im Register, und 52 zertifizierte Ärzte sind autorisiert, Cannabis zu empfehlen. Diese Zugangsstruktur entspricht dem Standard anderer US-Bundesstaaten, allerdings ist die Zahl der registrierten Ärzte noch vergleichsweise gering.
Die begrenzte Ärzteregistrierung könnte in der Anfangsphase zu Engpässen beim Patientenzugang führen. Dennoch ist das Marktpotenzial erheblich: Alabama hat rund 5 Millionen Einwohner und belegt damit Platz 24 unter den bevölkerungsreichsten US-Bundesstaaten. Wenn die Patientenakzeptanz dem Muster anderer neu eingeführter Märkte für medizinisches Cannabis folgt, könnten die Anmeldezahlen schnell steigen.
Jahrelange Verzögerungen durch Regulierungsprobleme
Der heutige Start markiert den vorläufigen Höhepunkt eines langen und turbulenten Weges. Medizinisches Cannabis wurde in Alabama bereits 2021 legalisiert – doch seitdem bremsten legislative und regulatorische Hürden den Aufbau des Marktes erheblich. Mehrere Lizenzierungsrunden wurden aufgrund von Vorwürfen der Voreingenommenheit und Unregelmäßigkeiten widerrufen oder abgesagt, was die Behörden zwang, ursprüngliche Pläne für einen Verkaufsstart im Jahr 2024 aufzugeben.
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Zur AktienanalyseBesonders belastend war eine im März veröffentlichte Prüfung, deren Ergebnisse schwerwiegende Mängel in der Arbeit der Medical Cannabis Commission aufdeckten. Demnach missachtete die Behörde staatliche Verfahren und Gesetze über öffentliche Sitzungen, überbezahlte eine externe Anwaltskanzlei um 204.000 US-Dollar und führte Unterlagen nicht ordnungsgemäß. Diese Vorfälle hatten das Vertrauen in die Regulierungsbehörde erheblich erschüttert und den Marktstart weiter verzögert.
Für Investoren und Branchenbeobachter bleibt Alabama damit ein Markt mit großem Potenzial, aber auch mit einer Geschichte regulatorischer Unsicherheit. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Neustart der Behörde und die schrittweise Ausweitung der Abgabestellen das nötige Vertrauen bei Patienten und Unternehmen aufbauen können.


