Alamos Gold: Produktionsrückgang bei Young-Davidson-Mine erwartet
Seismische Ereignisse und ein Stromausfall belasten die kanadische Goldmine – Jahresprognose wird nach unten korrigiert.

Alamos Gold (TSX, NYSE: AGI) rechnet im zweiten Quartal 2026 mit einer deutlich geringeren Goldproduktion. Grund sind mehrere Betriebsunterbrechungen in der Mine Young-Davidson im Norden der kanadischen Provinz Ontario. Der Aktienkurs reagierte prompt und schloss den Handelstag 2,5 Prozent im Minus.
In einer Unternehmensmitteilung vom Donnerstag erklärte der kanadische Goldproduzent, dass es im Untertagebau in der vergangenen Woche zu zwei seismischen Ereignissen gekommen sei. Eines davon ereignete sich „an einer aktiven Abbaufront". Verletzungen wurden zwar keine gemeldet, jedoch wurde die Infrastruktur der Mine beschädigt. Dadurch ist der Zugang zu zwei hochgradigen Abbaufeldern eingeschränkt, die planmäßig im zweiten Quartal hätten abgebaut werden sollen.
Zusätzlich zu den seismischen Ereignissen kam es Ende Mai zu einem dreitägigen Stromausfall in der Mine. Ursache waren sturmbedingte Schäden an der regionalen Stromleitung. Auch dieser Ausfall wird sich laut Alamos negativ auf die Abbauraten und die Gesamtproduktion auswirken.
Produktion um 12 Prozent unter früherer Prognose
Angesichts dieser Störungen korrigiert Alamos seine Produktionserwartungen für das zweite Quartal deutlich nach unten. Das Unternehmen erwartet nun eine Quartalsproduktion von 130.000 bis 135.000 Unzen Gold – ein Rückgang von rund 12 Prozent gegenüber dem Mittelwert der ursprünglichen Prognosespanne. Gleichzeitig rechnet das Unternehmen mit steigenden Kosten.
CEO John McCluskey kommentierte die Situation offen: „Wir sind enttäuscht über die betrieblichen Herausforderungen bei Young-Davidson und arbeiten intensiv daran, die Abbaufolge zu überprüfen und zu optimieren, um künftig höhere Abbauraten zu unterstützen. Das erste Halbjahr war herausfordernd, aber wir erwarten eine stärkere Produktion in der zweiten Jahreshälfte."
Darüber hinaus gab Alamos bekannt, dass die konsolidierte Goldproduktion für das Gesamtjahr unter der bisherigen Prognose liegen und die Kosten die Erwartungen übersteigen dürften. Eine revidierte Jahresprognose soll im Juli veröffentlicht werden, wenn das Unternehmen seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt.
Hintergrund: Young-Davidson mit langer Geschichte
Young-Davidson liegt rund 60 Kilometer westlich von Kirkland Lake und ist eine von zwei großen Goldminen, die Alamos im Norden Ontarios betreibt. Die Mine blickt auf eine reiche Produktionsgeschichte zurück, die bis in die 1930er Jahre reicht. Der moderne Bergbaubetrieb startete dort im Jahr 2013 unter dem damaligen Eigentümer AuRico, der später mit Alamos fusionierte.
Island Gold soll Verluste abfedern
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Zur AktienanalyseFür die zweite Jahreshälfte setzt Alamos auf seinen anderen kanadischen Betrieb, den Island Gold District. Die Untertagemine gilt als eine der hochgradigsten in ganz Kanada und soll ihre Abbaurate bis Ende des Jahres von derzeit 1.500 Tonnen pro Tag auf 2.000 Tonnen steigern. Im benachbarten Tagebau Magino schreitet der Hochlauf der Mühle ebenfalls planmäßig voran und soll bis zum dritten Quartal durchschnittlich 10.000 Tonnen pro Tag erreichen.
Im vergangenen Jahr trug der Island Gold District fast die Hälfte der gesamten Goldproduktion von Alamos bei – ein Volumen, das der kombinierten Produktion von Young-Davidson und den Mulatos-Betrieben in Mexiko entsprach. Damit bleibt Island Gold ein zentraler Pfeiler der Unternehmensstrategie und soll die Produktionsausfälle bei Young-Davidson zumindest teilweise kompensieren.
Alamos Gold weist derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 21,6 Milliarden kanadischen Dollar (umgerechnet etwa 15,3 Milliarden kanadische Dollar in US-Dollar) aus.


