Alaska sucht Energiepartner in Südkorea
Gespräche über Pipeline-Projekt, Handelsspannungen und industrielle Kooperationen

Eine Delegation des US-Bundesstaates Alaska unter Leitung von Gouverneur Mike Dunleavy ist zu Gesprächen über Energiekooperationen nach Südkorea gereist. Der Besuch fand im Rahmen einer Initiative statt, die Beteiligung asiatischer US-Verbündeter an einem ins Stocken geratenen Pipeline-Projekt voranzutreiben, das von US-Präsident Donald Trump unterstützt wird. Bestandteil der Delegation sind auch Vertreter der Glanfarne Group, einem Partner des Projekts, sowie Vertreter der staatlichen Gasagentur von Alaska.
Ziel des Projekts ist der Transport von Erdgas aus dem abgelegenen Norden Alaskas über eine rund 1300 Kilometer lange Pipeline. Das Bauvorhaben wird auf etwa 44 Milliarden US-Dollar geschätzt. Trump hatte in der Vergangenheit eine Beteiligung von Südkorea, Japan und Taiwan an dem Vorhaben gefordert. Diese Länder gelten als mögliche Abnehmer des zu transportierenden Erdgases. Südkorea hat bereits signalisiert, sich aktiv an den Gesprächen über das Pipeline-Projekt beteiligen zu wollen.
Im Rahmen des Besuchs traf Gouverneur Dunleavy den südkoreanischen Industrieminister Ahn Duk-geun. Beide Seiten sprachen über eine vertiefte Zusammenarbeit im Energiesektor, unter anderem im Hinblick auf das Alaska-LNG-Projekt. Konkrete Details zu möglichen Projektbestandteilen wurden dabei nicht bekanntgegeben. Zudem kam es zu einem Treffen mit Kim Dong-yeon, dem Gouverneur der Provinz Gyeonggi, der bevölkerungsreichsten Region Südkoreas. Kim betonte die Bedeutung Alaskas im globalen Energiesystem und äußerte den Wunsch nach einer für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit.
Südkorea zählt zu den größten Importeuren von Flüssigerdgas weltweit und rangiert in diesem Bereich hinter China und Japan auf dem dritten Platz. Das Land verfügt über einen bedeutenden petrochemischen Sektor und ist daher stark auf Energieimporte angewiesen. Laut Dunleavy teile Trump die Hoffnung, dass eine Einigung zum Wohle aller Beteiligten zustande komme, ohne die nationalen Interessen der jeweiligen Verbündeten zu gefährden.
Südkorea exportiert seinerseits große Mengen an Stahl, Autos und Batterien für Elektrofahrzeuge in die Vereinigten Staaten. Die Regierung in Seoul sieht sich derzeit mit Trumps Plänen konfrontiert, Zölle gegen Länder mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA zu verhängen. Trump hatte behauptet, dass Südkoreas durchschnittlicher Zollsatz viermal höher sei als der US-amerikanische. Die südkoreanische Handelsbehörde wies dies zurück und verwies auf einen effektiven Zollsatz von 0,79 Prozent aufgrund des bilateralen Freihandelsabkommens.
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Zur AktienanalyseDie alaskische Delegation wird sich voraussichtlich bis Mittwoch in Südkorea aufhalten. Es sind weitere Treffen mit führenden südkoreanischen Unternehmen geplant, darunter SK, Hanwha, POSCO und die staatliche Gaskorporation. Gesprächsthemen sollen unter anderem Energie, Infrastruktur und fortgeschrittene Fertigungstechnologien sein.


