Alibaba-Aktie bricht ein: Anthropic wirft Konzern KI-Scraping vor
Schwere Vorwürfe gegen Alibaba: Das US-KI-Startup Anthropic beschuldigt den chinesischen Konzern, unrechtmäßig KI-Fähigkeiten extrahiert zu haben.

Die Aktien von Alibaba (HK: 9988) stehen unter erheblichem Druck. Am Donnerstag verloren die in Hongkong notierten Anteilscheine des chinesischen Technologieriesen bis 02:40 Uhr GMT rund 5 Prozent und fielen auf HK$94,55. Damit erreichte die Aktie den niedrigsten Stand seit Februar 2025. Bereits am Mittwoch hatten die in den USA gehandelten Alibaba-Papiere 3 Prozent an Wert verloren.
Auslöser des Kurseinbruchs sind schwerwiegende Vorwürfe des US-amerikanischen KI-Startups Anthropic. Das Unternehmen wirft Alibaba vor, in großem Stil versucht zu haben, unrechtmäßig Fähigkeiten aus seinen Claude-KI-Modellen zu extrahieren – ein Vorgang, der in der Branche als „Scraping" bezeichnet wird. Dabei werden Modelle systematisch mit gezielten Anfragen abgefragt, um deren Wissen und Fähigkeiten für eigene Zwecke zu kopieren.
Laut Berichten wandte sich Anthropic mit einem Schreiben an US-Senatoren sowie Vertreter des Weißen Hauses, um die Vorwürfe darzulegen. Dieser Schritt unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Anschuldigungen und verleiht dem Vorfall eine politische Dimension, die weit über einen gewöhnlichen Unternehmensstreit hinausgeht.
Hintergrund: Was ist KI-Scraping?
Beim sogenannten Model Scraping oder „Model Extraction" versuchen Akteure, durch massenhaftes Abfragen eines KI-Modells dessen Verhalten, Wissen und Fähigkeiten systematisch nachzubilden. Dies gilt als Verletzung der Nutzungsbedingungen der meisten KI-Anbieter und kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Für Unternehmen wie Anthropic, die erhebliche Ressourcen in die Entwicklung ihrer Modelle investieren, stellt solches Vorgehen eine ernsthafte Bedrohung ihres geistigen Eigentums dar.
Anthropic ist vor allem für seine Claude-Modellreihe bekannt und gilt als einer der führenden KI-Entwickler in den USA. Das Unternehmen wurde von ehemaligen OpenAI-Mitarbeitern gegründet und hat sich als ernstzunehmender Wettbewerber im globalen KI-Markt etabliert. Die Vorwürfe gegen Alibaba fügen sich in den breiteren geopolitischen Kontext des Technologiewettbewerbs zwischen den USA und China ein.
Alibaba im Fokus des KI-Wettbewerbs
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Zur AktienanalyseAlibaba ist in China einer der aktivsten Akteure im Bereich Künstliche Intelligenz und betreibt mit Tongyi Qianwen eine eigene große Sprachmodell-Familie. Der Konzern investiert massiv in KI-Infrastruktur und -Forschung, um im globalen Wettbewerb mit westlichen Anbietern Schritt zu halten. Die nun erhobenen Vorwürfe könnten das Ansehen des Unternehmens im internationalen Technologieumfeld erheblich belasten.
Für Anleger sind die Entwicklungen rund um Alibaba besonders relevant, da die Aktie ohnehin in einem schwierigen Marktumfeld agiert. Der Kursrückgang auf den tiefsten Stand seit Februar 2025 zeigt, wie sensibel der Markt auf Nachrichten reagiert, die das Vertrauen in das Unternehmen erschüttern könnten. Wie Alibaba auf die Vorwürfe reagiert und ob rechtliche Schritte folgen, bleibt abzuwarten.


