Alibaba kehrt an die Spitze zurück
Wie KI, Apple-Deal und politische Entspannung den Konzern beflügeln

Alibaba hat sich nach einer langen Phase der Krise und Unsicherheit am Aktienmarkt eindrucksvoll zurückgemeldet. Der chinesische Tech-Konzern, der seinen Sitz in Hangzhou hat, konnte seine Aktie seit Jahresbeginn um mehr als 45 Prozent steigern. Ein maßgeblicher Grund für diesen Aufschwung ist der verstärkte Fokus auf Künstliche Intelligenz sowie die jüngste Partnerschaft mit Apple. Wie Vorstand und Co-Gründer Joe Tsai auf einem Gipfel in Dubai mitteilte, wird Alibaba die KI für in China ausgelieferte iPhones bereitstellen. Aufgrund der dortigen Datenschutzgesetze war Apple gezwungen, einen lokalen Partner zu finden. Zuvor hatte der US-Konzern auch Gespräche mit Baidu, Tencent, ByteDance und dem KI-Start-up DeepSeek geführt, sich letztlich jedoch für Alibaba entschieden.
Das Unternehmen, das 1999 von dem ehemaligen Englischlehrer Jack Ma gegründet wurde, hatte in der Vergangenheit unter regulatorischem Druck und wachsender Konkurrenz gelitten. Der geplante Börsengang der Finanzsparte Ant Group wurde 2020 von den chinesischen Behörden kurzfristig gestoppt, nachdem Ma sich kritisch gegenüber dem Finanzsystem geäußert hatte. Es folgte eine breite Regulierungskampagne, die insbesondere Alibaba hart traf. Zusätzlich machte dem Konzern die aufstrebende Konkurrenz von Pinduoduo zu schaffen, das international unter dem Namen Temu erfolgreich agierte.
Unter der Leitung von CEO Eddie Wu und Chairman Joe Tsai vollzog Alibaba daraufhin den größten Konzernumbau seiner Geschichte. Das Unternehmen konzentrierte sich verstärkt auf sein Kerngeschäft und stellte die Shopping-Plattformen Taobao und Tmall wieder in den Mittelpunkt. Parallel wurde das Cloud-Geschäft ausgebaut und der Fokus auf Künstliche Intelligenz gesetzt. In diesem Zusammenhang investierte Alibaba in mehrere chinesische KI-Start-ups wie Moonshot und Zhipu. Zudem entwickelte der Konzern ein eigenes Sprachmodell namens Qwen, dessen Version 2.5 zuletzt mit starken Testergebnissen auf sich aufmerksam machte.
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Zur AktienanalyseWährend Alibaba den Wettkampf um die leistungsfähigste KI nicht zwingend anführt, betont Tsai die Bedeutung von praxisorientierten Lösungen, die den Alltag von Unternehmen und Nutzern verbessern. Die politische Lage scheint sich für den Konzern ebenfalls entspannt zu haben. Jack Ma, der sich in den letzten Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, nahm kürzlich an einem Treffen mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping teil. Beobachter werten dies als weiteres Signal, dass die Phase der regulatorischen Repression vorbei sein könnte. Auch die seit Längerem diskutierte Börsennotierung der Ant Group könnte damit wieder wahrscheinlicher werden.


