Allianz erhöht Prognose nach starkem Quartal
Höhere Gewinne in Schaden-Unfall und robuste Zuflüsse in der Vermögensverwaltung

Nach starken Ergebnissen in den ersten neun Monaten hebt die Allianz ihre Jahresprognose für 2025 an. Der Konzern erwartet nun einen operativen Gewinn zwischen 17 Milliarden und 17,5 Milliarden Euro, nachdem die bisherige Spanne bei 15 bis 17 Milliarden Euro gelegen hatte. In den ersten drei Quartalen erzielte die Allianz bereits ein operatives Ergebnis von 13,1 Milliarden Euro, ein Plus von 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der höchste Neunmonatswert der Unternehmensgeschichte. Die Entwicklung wird laut Finanzvorständin Marie-Claire Coste-Lepoutre durch breites Wachstum und hohe Profitabilität getragen.
Im Sommer hatte die Führung noch zurückhaltender kommuniziert, doch Analysten rechneten seit längerem mit dem oberen Ende der bisherigen Spanne. Mit der Anhebung sieht sich die Allianz im Einklang mit den Erwartungen des Marktes. An der Börse reagierte die Aktie mit Kursgewinnen. Das im Februar angekündigte Aktienrückkaufprogramm über bis zu zwei Milliarden Euro ist seit September vollständig abgeschlossen, ein neues Programm wurde bislang nicht aufgelegt.
Das gesamte Geschäftsvolumen aus Prämien und Provisionen stieg in den ersten neun Monaten um 8,5 Prozent auf 141,2 Milliarden Euro. Der Konzern erwirtschaftete einen Gewinn von 8,4 Milliarden Euro, ein Zuwachs von 10,5 Prozent. Besonders stark fielen die Ergebnisse im Schaden- und Unfallgeschäft aus. Hier stieg das operative Ergebnis im dritten Quartal um 12,6 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro, unterstützt durch einen schadenarmen Verlauf. Das lag etwa drei Prozent über den Schätzungen der Analysten. Das gesamte Geschäftsvolumen erhöhte sich in diesem Zeitraum um 5,2 Prozent.
Der operative Gewinn in der Schaden- und Unfallversicherung legte im Jahresvergleich um 22 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro zu. Sowohl Privat- als auch Gewerbekundengeschäft entwickelten sich positiv. Deutliche Zuwächse erzielte insbesondere die Tochter Allianz Partners. Die Schaden-Kosten-Quote von 91,1 Prozent fiel günstiger aus als erwartet, was auf das Ausbleiben größerer Naturkatastrophen im dritten Quartal zurückzuführen ist.
Im Segment Leben und Gesundheit erreichte die Allianz im dritten Quartal einen operativen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro und übertraf damit leicht die Analystenerwartungen. Die Neugeschäftsmarge lag bei 5,9 Prozent. Der Barwert der Neugeschäftsbeiträge verringerte sich um 8,1 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro, unter anderem infolge des Verkaufs von Unicredit Allianz Vita.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseIn der Vermögensverwaltung belief sich das operative Ergebnis auf 828 Millionen Euro. Die Zuflüsse in die Fonds der Töchter Pimco und Allianz Global Investors erreichten netto 51 Milliarden Euro. Auch andere europäische Versicherer meldeten zuletzt robuste Zahlen, darunter Talanx, Generali und Zurich.


