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Allianz stoppt Übernahme von Income Insurance in Singapur

Regierung blockiert Milliardendeal und fordert Anpassungen an Übernahmestruktur

Allianz stoppt Übernahme von Income Insurance in Singapur

Die Allianz hat ihr geplantes Übernahmeangebot für die Income Insurance aus Singapur zurückgezogen. Wie der Münchner Versicherungskonzern am Montag mitteilte, sei die Entscheidung gefallen, das Gebot nicht weiter zu verfolgen. Renate Wagner, die für den asiatisch-pazifischen Raum zuständige Vorständin der Allianz, betonte jedoch, dass der Zusammenschluss der beiden Unternehmen von Vorteil für Versicherungsnehmer und Kunden in Singapur gewesen wäre. Langfristig plane die Allianz, weiterhin in Singapur aktiv zu bleiben.

Im Juli hatte die Allianz angekündigt, mindestens 51 Prozent der Aktien von Income Insurance für 2,2 Milliarden Singapur-Dollar (rund 1,55 Milliarden Euro) erwerben zu wollen. Im Oktober stoppte jedoch die Regierung Singapurs den Deal und forderte Änderungen an der Struktur der Transaktion. In der Zwischenzeit änderte die Regierung das Versicherungsgesetz, um mehr Befugnisse bei der Überprüfung solcher Übernahmen zu erhalten. Die 1970 gegründete Income Insurance zählt etwa 1,7 Millionen Kunden und bietet eine breite Palette an Versicherungsprodukten an, darunter Sach-, Lebens- und Krankenversicherungen.

Bei einem erfolgreichen Abschluss des Deals wäre die Allianz zum viertgrößten Universalversicherer in Asien aufgestiegen. Allerdings gab es bereits im Sommer kritische Stimmen, die befürchteten, dass Income Insurance unter der Leitung der Allianz seine Zielsetzung, erschwingliche Versicherungen für einkommensschwache Bevölkerungsgruppen anzubieten, aufgeben könnte. Kultur- und Jugendminister Edwin Tong erklärte im Oktober, dass die Regierung entschieden habe, die Transaktion in ihrer bisherigen Form nicht zu unterstützen, da sie nicht im öffentlichen Interesse sei.

Für Allianz-Chef Oliver Bäte war die Übernahme ein zentraler Bestandteil seiner Wachstumsstrategie. Noch im Sommer hatte er den geplanten Kauf als einen entscheidenden Schritt bezeichnet. Trotz des geplatzten Deals zeigte sich die Allianz-Aktie kaum beeinflusst und notierte am Montag bei 301 Euro, mit einem leichten Rückgang. Auf Jahressicht konnte die Aktie jedoch rund 25 Prozent an Wert gewinnen.

In der vergangenen Woche stellte die Allianz ihre mittelfristige Strategie vor. Das Unternehmen plant, bis 2027 ein operatives Ergebnis von etwa 18,5 Milliarden Euro zu erzielen, was eine Steigerung um drei Milliarden Euro im Vergleich zu den für 2024 angestrebten 15,5 Milliarden Euro bedeutet. Zudem will die Allianz in den kommenden drei Jahren mindestens 75 Prozent ihres Jahresüberschusses durch Dividenden und Aktienrückkäufe an ihre Aktionäre ausschütten.

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