ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Alphabet und Amazon revolutionieren globale Unternehmensanleihemärkte mit KI-Milliarden

Big-Tech-Konzerne finanzieren ihre KI-Infrastruktur zunehmend über internationale Anleihemärkte – mit rekordverdächtigen Emissionen in Euro, Pfund und Franken.

Alphabet und Amazon revolutionieren globale Unternehmensanleihemärkte mit KI-Milliarden

Alphabet und Amazon setzen die globalen Unternehmensanleihemärkte unter Strom. Die beiden US-Technologieriesen – sogenannte „Hyperscaler" – haben in den vergangenen Monaten Rekorde an Rekorde gereiht und damit die Finanzierungslandschaft außerhalb der USA grundlegend verändert. Ihr Ziel: die Finanzierung von Billionen-Dollar-Investitionen in KI-Infrastruktur, insbesondere in Rechenzentren.

Amazon stellte im März einen historischen Meilenstein auf und nahm über eine achtteilige Transaktion 14,5 Milliarden Euro (rund 16,88 Milliarden US-Dollar) am Euro-Unternehmensanleihemarkt auf – die größte Emission, die jemals an diesem Markt platziert wurde. Alphabet wiederum brach Rekorde in gleich mehreren Währungen gleichzeitig: Transaktionen in Yen, kanadischen Dollar, Schweizer Franken und Pfund Sterling setzten jeweils neue Bestmarken für die Kreditaufnahme in diesen Währungen.

Strategische Diversifizierung der Finanzierungsquellen

Hinter dieser Emissionswelle steckt eine klare Strategie. Banker erklären, dass die Hyperscaler ihre Finanzierungsquellen frühzeitig diversifizieren wollen, um für die enormen Investitionsvolumina der kommenden Jahre gewappnet zu sein. Die Aufnahme von Schulden in Fremdwährungen hilft den Unternehmen dabei, das Währungsrisiko ihrer globalen Vermögenswerte abzusichern – und gleichzeitig von vergleichsweise niedrigeren Kreditkosten in Regionen wie Europa zu profitieren.

„Wenn man sich das Investitionstempo dieser Unternehmen ansieht und zwölf Monate vorausblickt, werden einige dieser Firmen bereits zu den weltweit größten Emittenten in jeglicher Währung gehören", sagte Giulio Baratta, Co-Leiter für Investment-Grade-Finanzierungen bei BNP Paribas. Baratta, dessen Haus ebenfalls Transaktionen für Alphabet und Amazon leitete, ergänzte, dass die Unternehmen die aufgenommenen Mittel hauptsächlich in der jeweiligen Emissionswährung halten, anstatt sie zurück in US-Dollar zu tauschen.

In Europa haben Alphabet und Amazon dazu beigetragen, die Kreditaufnahme von US-Nicht-Finanzunternehmen in diesem Jahr auf über 60 Milliarden Euro (rund 69,85 Milliarden US-Dollar) zu treiben – ebenfalls ein neuer Rekord. Morgan Stanley erwartet für das Gesamtjahr eine Kreditaufnahme der Hyperscaler in Euro-Anleihen von rund 50 Milliarden Euro. Dies könnte dazu führen, dass die USA Frankreich als größte Quelle für Unternehmensanleihen in der Eurozone insgesamt ablösen – eine bemerkenswerte Verschiebung der Kräfteverhältnisse am europäischen Kapitalmarkt.

Neue Tiefe für internationale Anleihemärkte

„Viele dieser Märkte, einschließlich des Euro-Marktes, haben sich weiterentwickelt und bieten heute viel mehr Tiefe und Möglichkeiten für größere Kapitalaufnahmen, als dies historisch der Fall war", sagte John Servidea, globaler Co-Leiter für Investment-Grade-Finanzierungen bei JPMorgan, die die jüngsten Transaktionen für beide Hyperscaler leitete. Servidea betonte zudem, dass auch US-Unternehmen jenseits der Hyperscaler internationale Märkte nun deutlich ernster nehmen als früher.

Die Auswirkungen sind bereits messbar: Die von LSEG erfassten international platzierten Anleiheverkäufe von Nicht-Finanzunternehmen in Märkten wie dem Schweizer Franken und dem Yen sind in diesem Jahr sprunghaft angestiegen. Auch in Währungen wie dem australischen Dollar und dem Hongkong-Dollar verzeichnet die Kreditaufnahme starke Zuwächse, da internationale Unternehmen ihre Finanzierungsquellen breiter aufstellen.

Laut Bank of America haben die Hyperscaler ihren Anteil der Emissionen in Nicht-Dollar-Währungen in diesem Jahr auf 30 Prozent ihrer gesamten Anleihefinanzierung verdoppelt. Investoren wiederum nutzen die Gelegenheit, um sich angesichts geopolitischer Spannungen und politischer Unsicherheit vom US-Dollar weg zu diversifizieren – und gleichzeitig ein Engagement im boomenden KI-Sektor aufzubauen.

Investoren bauen KI-Exposure am Anleihemarkt auf

Für Anleiheinvestoren eröffnen die Hyperscaler-Emissionen eine neue Möglichkeit, am Technologieboom zu partizipieren. Nicolas Forest, Chief Investment Officer bei Candriam, investiert beispielsweise gezielt in die Euro-Transaktionen der Hyperscaler, um ein Engagement im Technologiesektor am europäischen Anleihemarkt aufzubauen – wo Technologieunternehmen bislang nur begrenzt präsent waren.

Bis Ende April war Alphabet bereits nach nur einer einzigen Emissionsrunde zum viertgrößten Kreditnehmer im Pfund-Unternehmensanleihen-Index von ICE BofA und zum sechstgrößten im Schweizer-Franken-Index aufgestiegen. Diese Zahlen verdeutlichen, wie schnell die Hyperscaler die Zusammensetzung internationaler Anleiheindizes verändern können.

Mit wachsenden Technologie-Emissionen werden die Unternehmensanleihemärkte außerhalb der USA künftig stärker von Entwicklungen im Technologiesektor abhängig sein. „Sollte es Probleme mit KI geben, wird dies wahrscheinlich zu mehr Volatilität führen", warnte David Zahn, Leiter für europäische festverzinsliche Wertpapiere bei Franklin Templeton. Die Chancen der neuen Emissionswelle gehen damit Hand in Hand mit neuen Risiken für Anleger, die bislang auf die relative Stabilität europäischer Unternehmensanleihemärkte vertraut haben.

Hyperscaler AnleihenAlphabet UnternehmensanleiheAmazon Euro-AnleiheKi-Infrastruktur FinanzierungUnternehmensanleihemarktInvestment Grade AnleihenFremdwährungsanleihen

Disclaimer