Alphabet wird neuer Favorit im KI-Boom
Meta-Interesse an Google-Chips beschleunigt Kursanstieg und stärkt Anlegervertrauen

Die Reihe der weltweit teuersten börsennotierten Unternehmen galt lange als stabil, geprägt vom Chipkonzern Nvidia, dem iPhone-Hersteller Apple und dem Softwareanbieter Microsoft. Diese Konstellation hat sich zuletzt verschoben, weil ein Unternehmen in den Fokus rückte, das zu Beginn des KI-Booms eher skeptisch betrachtet wurde. Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, wird zunehmend als mögliches neues Zentrum der KI-Dynamik gesehen und nähert sich in ihrer Marktbewertung einer historischen Marke.
Binnen drei Monaten legte die Aktie von Alphabet um mehr als 50 Prozent zu. Zu Beginn des Handels in den USA erzielte sie zudem ein weiteres Plus von drei Prozent. Dadurch rückte der Börsenwert des Konzerns erstmals nahe an die Grenze von vier Billionen Dollar. Während Alphabet deutlich zulegte, verloren Nvidia-Papiere rund sechs Prozent, was die gegenläufigen Entwicklungen beider Unternehmen zeigt.
Diese Kursbewegungen hängen mit Berichten zusammen, wonach Meta in seinen Rechenzentren den Einsatz von KI-Chips von Google prüft. Eine solche Entscheidung könnte die bisherige Dominanz von Nvidia in diesem Segment infrage stellen. Gleichzeitig deutet die Entwicklung der vergangenen Wochen darauf hin, dass das Interesse der Anleger an Alphabet weit über diese einzelne Nachricht hinausgeht. Verglichen mit anderen Technologiekonzernen wie Apple, Microsoft, Amazon oder Meta zeigt Alphabet in diesem Zeitraum die stärkste Kursentwicklung. Selbst die Apple-Aktie, die von den genannten Konkurrenten am deutlichsten zulegte, erreichte mit gut 20 Prozent nicht annähernd den Wertzuwachs von Alphabet.
Zu Beginn der KI-Welle galt Alphabet als möglicher Verlierer, weil befürchtet wurde, dass Nutzer vermehrt Chatbots zur Informationssuche verwenden könnten. Doch die Nutzung der Google-Suche blieb stabil, auch weil der Konzern eigene KI-Zusammenfassungen entwickelte. Der Umsatz in der werbefinanzierten Internetsuche stieg im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um fast 15 Prozent.
Parallel dazu wuchs das Cloudgeschäft von Alphabet um mehr als 30 Prozent und damit schneller als das von Amazon. Das Unternehmen investiert massiv in Rechenzentren, KI-Leistung und Hardware, um künftig weniger abhängig vom Werbegeschäft zu sein. Trotz dieser Investitionen gelang es Alphabet, die Profitabilität zu sichern und den Gewinn zu steigern.
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Zur AktienanalyseIn einem von hoher Unsicherheit geprägten Umfeld sehen viele Anleger die Entwicklung des Konzerns als Zeichen für Vertrauen in die Fortsetzung der KI-Rally. Der Aufbau einer mehr als vier Milliarden Dollar schweren Position durch Warren Buffett stärkte diesen Eindruck zusätzlich, da sein Engagement traditionell als Orientierungspunkt für Investoren gilt. Bei Nvidia war Buffett hingegen bisher nicht investiert.

