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Aluminiummangel erschüttert Automobilindustrie und trifft Ford-Händler hart

Ein wachsender Aluminiummangel bremst die Fahrzeugproduktion und sorgt bei US-Autohändlern für gefährlich niedrige Lagerbestände.

Aluminiummangel erschüttert Automobilindustrie und trifft Ford-Händler hart

Ein Engpass beim Rohstoff Aluminium versetzt die Automobilindustrie in Alarmstimmung. Händler berichten von schrumpfenden Fahrzeugbeständen, steigenden Materialkosten und wachsender Unsicherheit über die kommenden Monate. Besonders betroffen sind Pick-up-Trucks, die in den USA zu den meistverkauften Fahrzeugen zählen.

Sam Pack, ein Ford-Händler aus Texas mit vier Standorten im Großraum Dallas-Fort Worth, beschreibt die Lage als besorgniserregend. Für ihn sind die Modelle F-150 und Super Duty nicht irgendwelche Fahrzeuge – er bezeichnet sie als das „Fundament" seines Geschäfts. Genau diese Modelle sind nun von der Knappheit besonders hart getroffen.

Lagerbestände deutlich unter dem Normalwert

Packs aktueller Lagerbestand beim F-150 reicht lediglich für etwa 42 Tage – unter normalen Umständen hält er einen Vorrat für rund 60 Tage vor. Das entspricht einem Rückgang von fast 30 Prozent gegenüber dem üblichen Niveau. „Wir hätten gerne mehr", sagte Pack gegenüber dem Wall Street Journal.

Besonders mit Blick auf das bevorstehende Sommergeschäft wächst die Nervosität. Die warmen Monate gelten im US-Autohandel traditionell als umsatzstärkste Phase des Jahres. „Die wirklich kritische Phase werden die nächsten 90 Tage sein", betonte Pack. Ob er dann ausreichend Fahrzeuge für die Kundennachfrage zur Verfügung haben wird, ist derzeit offen.

Der Grund für die Engpässe liegt im Rohstoffmarkt: Aluminium ist knapp und gleichzeitig deutlich teurer als in den vergangenen Jahren. Das Metall hat sich in der Automobilindustrie zu einem zentralen Werkstoff entwickelt, weil es leichter als Stahl ist, ohne dabei an Festigkeit einzubüßen. Hersteller setzen es gezielt ein, um den Kraftstoffverbrauch zu senken und die Effizienz ihrer Fahrzeuge zu steigern.

Aluminium als Schlüsselrohstoff der modernen Fahrzeugproduktion

Der Trend hin zu Aluminium in der Fahrzeugkarosserie ist nicht neu, hat aber in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt gewonnen. Ford etwa setzt beim F-150 seit Jahren auf eine Aluminiumkarosserie, um das Gewicht des meistverkauften Fahrzeugs in den USA zu reduzieren. Diese Strategie zahlt sich in puncto Effizienz aus – macht die Hersteller aber auch abhängig von einem Rohstoff, dessen Verfügbarkeit und Preis stark schwanken können.

Die aktuelle Krise zeigt, wie verwundbar moderne Lieferketten in der Automobilindustrie sind. Wenn ein einzelner Rohstoff knapp wird, geraten ganze Produktionslinien ins Stocken – mit direkten Folgen für Händler, die auf ausreichende Lagerbestände angewiesen sind, um ihre Kunden bedienen zu können.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Automobilsektors ist die Entwicklung relevant: Auch europäische Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen setzen zunehmend auf Aluminium in der Fahrzeugproduktion. Ein anhaltender globaler Engpass bei dem Leichtmetall könnte daher auch hierzulande Auswirkungen auf Produktion und Lieferketten haben.

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