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Aluminiumpreise fallen auf Dreimonatstief – Risikoprämie schwindet

Nachlassende Nahost-Sorgen und ein stärkerer US-Dollar drücken Aluminium an der LME und in Shanghai auf Mehrwochentiefs.

Aluminiumpreise fallen auf Dreimonatstief – Risikoprämie schwindet

Die Aluminiumpreise sind am Mittwoch auf den tiefsten Stand seit drei Monaten gefallen. Sowohl an der London Metal Exchange (LME) als auch an der Shanghai Futures Exchange gaben die Notierungen deutlich nach, da die Risikoprämie im Zusammenhang mit dem Nahen Osten spürbar abnahm und der US-Dollar gleichzeitig an Stärke gewann.

An der LME sank der Benchmark-Kontrakt für Aluminium mit einer Laufzeit von drei Monaten bis 07:01 Uhr GMT um 0,76 Prozent auf 3.208 US-Dollar pro Tonne. Im frühen Handelsverlauf markierte der Kontrakt mit 3.191 US-Dollar den schwächsten Stand seit dem 24. März – ein deutliches Signal für den nachlassenden Druck auf der Angebotsseite.

Auch in Shanghai zeigte sich ein ähnliches Bild: Der meistgehandelte Aluminiumkontrakt an der Shanghai Futures Exchange gab um 1,43 Prozent nach und schloss bei 23.405 Yuan (umgerechnet rund 3.439 US-Dollar) pro Tonne. Am Mittwochmorgen erreichte der Kontrakt mit 23.320 Yuan den niedrigsten Stand seit dem 20. März.

Markt erwartet Normalisierung des Angebots aus der Golfregion

Analysten erklärten, der Markt rechne damit, dass das Aluminiumangebot aus der Golfregion wieder auf ein normales Niveau zurückkehren werde. Zuvor hatten kriegsbedingte Produktions- und Versandunterbrechungen sowie gestiegene Energiekosten die Versorgungslage belastet und eine Risikoprämie in den Preis eingepreist.

Die Erwartung einer schrittweisen Erholung der Lieferströme aus der Region trägt nun dazu bei, dass diese Prämie aus dem Markt herausgenommen wird. Für Anleger und Industrieabnehmer bedeutet dies, dass sich die Preise vorerst auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren könnten, sofern keine neuen geopolitischen Störungen auftreten.

Aluminium zählt zu den wichtigsten Industriemetallen weltweit und wird in zahlreichen Branchen eingesetzt – von der Automobilindustrie über die Baubranche bis hin zur Verpackungsindustrie. Preisschwankungen bei diesem Metall haben daher weitreichende Auswirkungen auf die globale Wirtschaft und die Produktionskosten vieler Unternehmen.

Doppelter Gegenwind: Geopolitik und Währung

Der Preisrückgang ist das Ergebnis zweier zusammenwirkender Faktoren. Zum einen die nachlassenden Sorgen über eine Eskalation im Nahen Osten, die zuvor Lieferketten und Energieversorgung beeinträchtigt hatten. Zum anderen der erstarkende US-Dollar, der Rohstoffe, die in der amerikanischen Währung gehandelt werden, für Käufer aus anderen Währungsräumen verteuert und damit die Nachfrage dämpft.

Für deutsche und europäische Investoren sowie Industrieunternehmen, die Aluminium als Rohstoff beziehen, sind diese Entwicklungen von besonderer Relevanz. Ein sinkender Aluminiumpreis kann die Produktionskosten in energieintensiven Branchen entlasten, während gleichzeitig der stärkere Dollar die Importkosten beeinflusst.

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