Amazon-Aktie springt 12%: AWS-Wachstum beschleunigt sich massiv
Starke Quartalszahlen und ein AWS-Rekordumsatz von 42,2 Milliarden Dollar begeistern Anleger weltweit.

Amazon hat im zweiten Quartal die Erwartungen der Wall Street beim Umsatz klar übertroffen. Das beschleunigte Wachstum im Cloud-Computing-Geschäft half dabei, die weiterhin hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz auszugleichen – und trieb die Aktie zur Börseneröffnung am Freitag um mehr als 12% in die Höhe.
Der Gesamtumsatz des Konzerns belief sich im Berichtszeitraum, der am 30. Juni endete, auf 200,6 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf Amazon die durchschnittliche Analystenprognose von 196,16 Milliarden Dollar deutlich. Der Gewinn je Aktie lag bei 5,75 Dollar, ist jedoch aufgrund eines hohen einmaligen Gewinns aus Investitionen nicht direkt mit der Konsensschätzung vergleichbar.
AWS wächst so schnell wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr
Das Herzstück der Quartalsergebnisse war die Cloud-Sparte Amazon Web Services (AWS). Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 37% auf 42,2 Milliarden Dollar – die schnellste Wachstumsrate seit 18 Quartalen. CEO Andy Jassy zeigte sich in der anschließenden Telefonkonferenz mit Investoren äußerst optimistisch und erklärte, AWS könnte „mit der Zeit" schließlich einen Jahresumsatz von einer Billion US-Dollar generieren.
Der Nettogewinn enthielt zudem 53,4 Milliarden Dollar an nicht-operativen sonstigen Erträgen vor Steuern. Diese standen primär im Zusammenhang mit Amazons Beteiligung am KI-Start-up Anthropic und trugen maßgeblich zum ausgewiesenen Gewinn je Aktie bei.
Massiver KI-Investitionsschub belastet den freien Cashflow
Amazon hob seine Ausgabenprognose für das Gesamtjahr auf 220 Milliarden Dollar an – ein Anstieg von 20 Milliarden Dollar gegenüber der vorherigen Planung. Als Grund nannte der Konzern gestiegene Kosten für Speicherchips. Die Investitionsausgaben der letzten zwölf Monate summierten sich auf 173 Milliarden Dollar, wobei der deutliche Anstieg bei Käufen von Immobilien und Ausrüstung laut Unternehmensangaben primär KI-Investitionen widerspiegelt.
Diese massiven Ausgaben hinterlassen jedoch Spuren in der Bilanz. Amazon wies einen negativen freien Cashflow von 7,6 Milliarden Dollar aus. Die Analysten von Vital Knowledge bezeichneten dies als beispielhaft für den „Cash-Druck, dem Hyperscaler ausgesetzt sind, während sie versuchen, im KI-Wettlauf die Nase vorn zu behalten". Investoren stellen zunehmend die Frage, ob sich solche Ausgaben langfristig in beständigen Gewinnen niederschlagen werden.
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Zur AktienanalyseAusblick auf das dritte Quartal leicht unter Erwartungen
Für das laufende dritte Quartal prognostiziert Amazon einen Umsatz zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar. Diese Spanne liegt leicht unter der Konsensschätzung der Analysten von 203,9 Milliarden Dollar. Beim Betriebsergebnis erwartet der Konzern einen Wert zwischen 22,5 und 26,5 Milliarden Dollar – nach 17,4 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum, was einem deutlichen Anstieg entspricht.
Die Reaktion der Analysten fiel insgesamt positiv aus. „Wenn Ihnen die Zahlen von MSFT gestern gefallen haben, werden Ihnen diese AMZN-Zahlen sicher auch gefallen", kommentierten die Experten von Bernstein die Ergebnisse. Die Quartalszahlen unterstreichen, dass Amazons milliardenschwere Wetten auf KI-Infrastruktur zumindest im Cloud-Geschäft bereits Früchte tragen – auch wenn der Preis dafür ein erheblicher Mittelabfluss ist.


