ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Amazon erhöht KI-Investitionsplan auf 220 Milliarden Dollar

Steigende Speicherkosten treiben Amazons Capex-Prognose nach oben – AWS wächst so schnell wie seit 2026 nicht mehr.

Amazon erhöht KI-Investitionsplan auf 220 Milliarden Dollar

Amazon hat seine Investitionsausgaben für das laufende Jahr deutlich angehoben. CEO Andy Jassy gab in einer Telefonkonferenz mit Investoren bekannt, dass die Investitionsausgaben (Capex) 2026 voraussichtlich 220 Milliarden Dollar erreichen werden. Noch im Februar hatte das Unternehmen eine Prognose von 200 Milliarden Dollar ausgegeben – und diese im April noch bestätigt.

Als Haupttreiber der Erhöhung nannte Jassy steigende Speicherpreise. Er machte zudem deutlich, dass die Ausgabenoffensive von Amazon in absehbarer Zeit nicht nachlassen werde. Die Aktie reagierte positiv: Im nachbörslichen Handel legte sie um mehr als 10 Prozent zu.

AWS wächst so schnell wie seit 2021 nicht mehr

Das Cloud-Segment AWS verzeichnete im zweiten Quartal ein Umsatzwachstum von 37 Prozent im Jahresvergleich – und übertraf damit die Erwartungen der Wall Street deutlich, die lediglich 31 Prozent Wachstum prognostiziert hatte. Jassy bezeichnete dies als das schnellste Wachstum der Sparte seit 2021. Er bezeichnete AWS als „boomend" und verwies auf die Bereiche für künstliche Intelligenz und hauseigene Chips, die beide eine jährliche Umsatzrate von 25 Milliarden Dollar überschritten haben.

Amazon positioniert sich im KI-Wettbewerb mit eigenen Chip-Marken wie Trainium und Graviton sowie dem Modell-Marktplatz Bedrock, der sich primär an Unternehmenskunden richtet. Der AWS-Auftragsbestand – also vertraglich vereinbarte, aber noch nicht abgerechnete Leistungen – erreichte im Quartal einen Rekordwert von 496 Milliarden Dollar.

Im Vergleich mit den Cloud-Konkurrenten kann sich das AWS-Wachstum sehen lassen: Alphabet meldete zuletzt ein Wachstum von Google Cloud in Höhe von 82 Prozent, während Microsofts Azure-Cloud im vierten Geschäftsquartal um 43 Prozent zulegte. Die Wall Street hatte bereits damit gerechnet, dass Amazon seine Investitionsprognose anheben würde, nachdem Alphabet seine Ausgabenpläne auf bis zu 205 Milliarden Dollar aufgestockt hatte.

Hohe Investitionen belasten den freien Cashflow

Die massiven Ausgaben hinterlassen deutliche Spuren in der Bilanz. Die Investitionsausgaben im zweiten Quartal beliefen sich auf 54,2 Milliarden Dollar, verglichen mit 32,1 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Der freie Cashflow für die letzten zwölf Monate rutschte in den negativen Bereich: Einem Abfluss von 7,6 Milliarden Dollar steht ein Zufluss von 18,2 Milliarden Dollar im Vorjahr gegenüber. Jassy betonte, dass diese Investitionen notwendig seien, um die stark steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten zu bedienen.

Der Nettogewinn für das zweite Quartal belief sich auf 62,6 Milliarden Dollar bzw. 5,75 Dollar je Aktie, nach 18,2 Milliarden Dollar bzw. 1,68 Dollar je Aktie im Vorjahr. Darin enthalten ist ein Vorsteuergewinn von 53,4 Milliarden Dollar, der primär aus Amazons Investitionen in das KI-Labor Anthropic stammt.

Ausblick und Prime-Day-Effekt

Für das laufende dritte Quartal prognostiziert Amazon einen Umsatz zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar. Analysten hatten mit 204,1 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen erklärte die schwächere Prognose mit schwierigen Vergleichswerten: Das diesjährige Prime-Day-Event wurde in den Juni vorgezogen, während es üblicherweise im Juli stattfindet. Ohne diesen Verschiebungseffekt wäre das Wachstum im dritten Quartal „um fast 400 Basispunkte höher ausgefallen", so Amazon.

Der Prime Day trug dazu bei, den Nordamerika-Umsatz im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 116,2 Milliarden Dollar zu steigern. Laut Adobe stiegen die US-Umsätze aller Online-Händler während der einwöchigen Veranstaltung um 9 Prozent auf 26,4 Milliarden Dollar. Das Betriebsergebnis für das dritte Quartal wird im Bereich von 22,5 bis 26,5 Milliarden Dollar erwartet; Analysten hatten 24,92 Milliarden Dollar prognostiziert.

Darüber hinaus meldete Amazon Fortschritte im Gesundheitsbereich: Die Zahl der Neukunden für den Online-Apothekendienst Amazon Pharmacy habe sich mehr als verdoppelt, die Zahl der Medikamentenauslieferungen am selben Tag sei um das „fast Fünffache" gestiegen. Amazon betreibt den Dienst seit 2020.

Amazon InvestitionsausgabenAws WachstumAmazon Ki InvestitionenAmazon Capex 2026Amazon QuartalsergebnisseCloud ComputingAmazon Aktie

Disclaimer