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Amazon investiert 50 Milliarden Dollar in OpenAI und sichert sich Beteiligung

Der E-Commerce- und Cloud-Riese schließt seine Gesamtinvestition ab und hält nun rund 5 Prozent am ChatGPT-Entwickler.

Amazon investiert 50 Milliarden Dollar in OpenAI und sichert sich Beteiligung

Amazon hat seine Investition in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar in OpenAI vollständig abgeschlossen. Damit sichert sich der US-Konzern eine Beteiligung von rund 5 Prozent am ChatGPT-Entwickler – noch vor dem für das nächste Jahr erwarteten Börsengang des KI-Unternehmens.

Den Grundstein für die Partnerschaft legte Amazon bereits im Februar, als der Konzern im Rahmen einer umfassenderen kommerziellen Zusammenarbeit zunächst 15 Milliarden US-Dollar in das von Sam Altman geführte Unternehmen investierte. Damals kündigte Amazon an, weitere 35 Milliarden US-Dollar nachzuschießen – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen, etwa einem erfolgreichen Börsengang oder einem bedeutenden Durchbruch im Bereich der Künstlichen Intelligenz.

Bemerkenswert ist, dass Amazon die volle Summe nun investiert hat, obwohl laut den am Freitag veröffentlichten Finanzergebnissen keine dieser Bedingungen erfüllt wurde. Die letzte Tranche erhielt OpenAI in dieser Woche, wie eine mit dem Geschäft vertraute Person bestätigte.

Strategische Verflechtung zwischen Amazon und OpenAI

Die Investition geht weit über eine reine Finanzbeteiligung hinaus. Sie ergänzt eine komplexe Reihe kommerzieller Vereinbarungen über Chips, Rechenressourcen und Cloud-Dienste um eine substanzielle Eigenkapitalbeteiligung. Gleichzeitig stärkt sie die Fähigkeit von OpenAI, neue KI-Modelle zu trainieren – eine extrem kostspielige Aufgabe, die als unerlässlich gilt, um gegenüber Konkurrenten wie Anthropic, Google und chinesischen Wettbewerbern bestehen zu können.

Ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur vollständigen Investition war die Neuverhandlung des Vertrags zwischen OpenAI und Microsoft im April. Diese Einigung ebnete den Weg für andere Cloud-Anbieter wie Amazons AWS, OpenAI künftig zu bedienen. Zuvor hatte die Financial Times berichtet, dass Microsoft rechtliche Schritte wegen eines möglichen Vertragsbruchs im Zusammenhang mit dem Amazon-Deal erwogen hatte.

Das mit 852 Milliarden US-Dollar bewertete Start-up OpenAI gilt trotz seiner enormen Bewertung weiterhin als verlustbringendes Unternehmen. Die frischen Milliarden sollen helfen, den enormen Kapitalbedarf für das Training neuer KI-Modelle zu decken und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Amazon setzt auf zwei KI-Pferde gleichzeitig

Interessant ist Amazons Doppelstrategie im KI-Bereich: Der Konzern unterstützt parallel auch Anthropic, den Entwickler des KI-Assistenten Claude, und hat diesem bis zu 33 Milliarden US-Dollar zugesagt. Davon wurden bisher 18 Milliarden US-Dollar investiert, wie ebenfalls am Freitag bekannt gegeben wurde.

Mit Investitionen in beide führenden KI-Labore verfolgt Amazon eine klare Strategie: Zum einen will der Konzern sicherstellen, dass die Modelle beider Unternehmen für seine Cloud-Kunden über AWS verfügbar sind. Zum anderen nutzt Amazon die Partnerschaften, um den Absatz seiner eigenen Trainium-Chips voranzutreiben – die in direktem Wettbewerb mit der marktführenden Hardware von Nvidia sowie Googles TPU-Technologie stehen.

Amazon selbst lehnte eine Stellungnahme zur genauen Höhe seiner Beteiligung an OpenAI ab. Die Investitionen unterstreichen jedoch den entschlossenen Kurs des Konzerns, sich als zentrale Infrastrukturplattform im globalen KI-Wettbewerb zu positionieren.

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