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Amazon Ring beendet Flock-Partnerschaft nach Datenschutzkritik an Super-Bowl-Werbung

Amazons Tochter reagiert auf Proteste von Bürgerrechtlern und beendet Kooperation mit umstrittenem Polizeitechnologie-Anbieter.

Amazon Ring beendet Flock-Partnerschaft nach Datenschutzkritik an Super-Bowl-Werbung

Amazon Ring hat die Zusammenarbeit mit dem Polizeitechnologie-Anbieter Flock Safety beendet. Die Entscheidung erfolgt nach massiver Kritik an der Super-Bowl-Werbung für die KI-gestützte "Search Party"-Funktion, die vermisste Haustiere aufspüren soll. Die Electronic Frontier Foundation bezeichnete das Feature als "Überwachungsalbtraum".

Die umstrittene Funktion nutzt künstliche Intelligenz, um Netzwerke teilnehmender Ring-Kameras zu aktivieren. Diese durchsuchen Bildmaterial automatisch nach Aufnahmen, die dem gesuchten Haustier ähneln. Datenschützer warnen vor den weitreichenden Überwachungsmöglichkeiten dieser Technologie.

Flock Safety betreibt ein Netzwerk automatisierter Kennzeichenlesesysteme und verkauft Zugang zu dieser Software an Strafverfolgungsbehörden. Berichten zufolge griffen sowohl die US-Einwanderungsbehörde ICE als auch die Grenzschutzbehörde CBP im Rahmen von Präsident Donald Trumps Einwanderungspolitik auf Flock-Daten zu. Das Unternehmen bestreitet allerdings eine direkte Datenweitergabe an diese Behörden.

Wachsender Druck auf Tech-Konzerne

Die Kündigung der Partnerschaft erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Technologieunternehmen verstärkt ihre Zusammenarbeit mit Bundesbehörden überprüfen müssen. Bei Salesforce forderten Mitarbeiter CEO Marc Benioff auf, "ICE-Geschäftsmöglichkeiten" zu beenden. Mehr als 900 Google-Mitarbeiter verlangten eine Trennung von ICE und CBP.

Für Freitag ist ein Protest vor der Amazon-Zentrale in Seattle geplant. Aktivisten fordern den E-Commerce-Riesen auf, sämtliche Verbindungen zu Flock, ICE und CBP zu kappen. Ring-Sprecherin Emma Daniels betonte, dass die Flock-Partnerschaft nie aktiv gewesen sei und kein Startdatum kommuniziert worden war.

Ring zwischen Datenschutz und Verbrechensbekämpfung

Amazon hatte Ring 2018 für 839 Millionen Dollar übernommen. Das Unternehmen ist vor allem für seine vernetzten Video-Türklingeln bekannt, die Nutzer über Aktivitäten rund um Haus oder Geschäft informieren. Die Partnerschaften mit Polizeibehörden sorgten jedoch wiederholt für Datenschutzkontroversen.

In den vergangenen Jahren versuchte Ring, sein Image aufzupolieren und positionierte seine Geräte als Schutz gegen Paketdiebe. Seit der Rückkehr von Gründer Jamie Siminoff als CEO im vergangenen Jahr fokussiert sich das Unternehmen wieder stärker auf die ursprüngliche Mission der Verbrechensbekämpfung.

Die im Oktober 2024 angekündigte Flock-Partnerschaft sollte Ring-Nutzern ermöglichen, Aufnahmen mit Strafverfolgungsbehörden zu teilen. Diese hätten Flocks Software für "Beweiserhebung und Ermittlungsarbeit" nutzen können. Tausende Gemeinden und Polizeibehörden in den USA setzen bereits auf Flock-Systeme.

Zur "Search Party"-Funktion erklärte Ring-Sprecherin Daniels, das Feature sei "von Anfang an mit starken Datenschutzvorkehrungen" entwickelt worden. Nutzer könnten von Fall zu Fall entscheiden, ob sie Videos mit Haustierbesuchern teilen möchten, die eine Suche starten.

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