Amazon schließt Fresh und Go: Fokus auf Whole Foods
Amazon vollzieht eine drastische Kehrtwende im stationären Lebensmittelhandel. Der E-Commerce-Riese schließt seine Fresh-Supermärkte und Go-Filialen und setzt künftig verstärkt auf die Premium-Kette Whole Foods.

Amazon hat am Dienstag eine grundlegende Neuausrichtung seiner Lebensmittelstrategie angekündigt. Der Konzern wird seine stationären Ketten Fresh und Go einstellen und stattdessen massiv in die 2017 übernommene Bio-Supermarktkette Whole Foods investieren. Die Entscheidung markiert das Ende eines ambitionierten Experiments im Massenmarkt-Segment.
Massive Expansion bei Whole Foods geplant
In den kommenden Jahren will Amazon mehr als 100 neue Whole Foods Standorte eröffnen. Zusätzlich plant das Unternehmen den Ausbau der "Whole Foods Daily Shops" – kompakte Minimärkte mit einem reduzierten Sortiment. Im vergangenen Monat erhielt Amazon bereits die Genehmigung für einen Großflächenmarkt in einem Vorort von Chicago, der Lebensmittel, Haushaltswaren und allgemeine Handelswaren anbieten soll.
Fresh-Kette scheitert nach turbulenter Phase
Die 2020 gestartete Fresh-Lebensmittelkette sollte ursprünglich Massenmarkt-Käufer ansprechen. Nach einer raschen Expansion musste Amazon jedoch bereits Standorte schließen und die Ausweitung stoppen. Trotz eines überarbeiteten Konzepts im Jahr 2023 und mehrfacher strategischer Anpassungen blieb der Erfolg aus. Im September 2024 schloss Amazon alle Fresh-Filialen in Großbritannien sowie mehrere Standorte in Südkalifornien.
Ende der kassenlosen Go-Stores
Auch die Go Convenience-Märkte, ein Herzensprojekt von Gründer Jeff Bezos, werden eingestellt. Die 2018 debütierten Geschäfte setzten auf die "Just Walk Out"-Technologie: Kameras und Sensoren verfolgten automatisch, welche Artikel Kunden aus dem Regal nahmen, und belasteten sie beim Verlassen. Amazon entfernte die kassenlose Technologie jedoch bereits 2024 aus seinen Lebensmittelgeschäften und konzentriert sich nun darauf, die Software an Sportstadien, Konzertsäle, Krankenhäuser und Universitäten zu verkaufen.
Mitarbeiter sollen neue Positionen erhalten
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Zur AktienanalyseZur Zahl der betroffenen Mitarbeiter machte Amazon keine Angaben. Das Unternehmen erklärte, man arbeite daran, den Beschäftigten neue Rollen im Betriebsnetzwerk zu vermitteln. Zudem hätten sie Anspruch auf ein Abfindungspaket. Der Online-Lieferdienst Fresh sowie die Same-Day-Lieferung von Lebensmitteln sollen trotz der Ladenschließungen weiter betrieben und ausgebaut werden.
Milliarden-Investment in Whole Foods zahlt sich aus
Mit der Übernahme von Whole Foods für 13,7 Milliarden Dollar im Jahr 2017 tätigte Amazon den größten Deal seiner Unternehmensgeschichte. Die Integration schreitet weiter voran: Im Januar 2024 ernannte Amazon den Whole Foods CEO Jason Buechel zum Leiter des weltweiten Lebensmittelgeschäfts. An ausgewählten Whole Foods Standorten testet das Unternehmen zudem ein "Shop-in-Shop"-Konzept, bei dem Kunden über automatisierte Lager eine breitere Palette von Amazon-Produkten bestellen können, die normalerweise nicht im Bio-Sortiment zu finden sind.


