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Amazon steigt 14%, Apple fällt 9% nach Quartalszahlen

Anleger setzen auf KI-Gewinner: Amazons Cloud-Boom begeistert, Apples schwacher Ausblick enttäuscht die Märkte.

Amazon steigt 14%, Apple fällt 9% nach Quartalszahlen

Die Technologiebörse erlebte am Freitag eine deutliche Spaltung: Amazon-Aktien schossen um 14% in die Höhe, während Apple-Papiere um 9% einbrachen. Beide Unternehmen hatten ihre Quartalszahlen für das Juni-Quartal am Donnerstag nach Börsenschluss vorgelegt – mit sehr unterschiedlichen Reaktionen der Anleger.

Apple übertraf zwar die Markterwartungen bei Gewinn, Umsatz und iPhone-Verkäufen, doch der Ausblick auf das laufende Quartal enttäuschte. Das Unternehmen verwies auf „Lieferengpässe" und prognostizierte ein Umsatzwachstum von lediglich 9% bis 11% – deutlich unter den von Analysten erwarteten 12%, wie Daten des Finanzdienstleisters LSEG zeigen.

Hinter den Lieferproblemen steckt ein massiver Mangel an Speicherchips, einer Schlüsselkomponente für Apples Geräte. Hinzu kommt der intensive Wettbewerb um Fertigungskapazitäten in der Halbleiterindustrie. Diese Engpässe haben Apple bereits dazu veranlasst, die Preise für Mac und iPad anzuheben. Analysten rechnen für dieses Jahr auch mit einer Preiserhöhung beim iPhone.

Amazons Cloud-Geschäft als KI-Barometer

Amazon präsentierte derweil starke Zahlen aus seinem Cloud-Computing-Segment. Der Umsatz von Amazon Web Services (AWS) wuchs im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 37% – die stärkste Expansion seit 2021. AWS gilt am Markt als wichtigster Indikator für Amazons KI-Nachfrage, da das Unternehmen dort den Großteil seiner KI-bezogenen Umsätze verbucht.

Trotz der positiven Zahlen hob Amazon seine Investitionsausgabenprognose für 2026 auf 220 Milliarden US-Dollar an – gegenüber einer früheren Schätzung von 200 Milliarden Dollar. Das Unternehmen begründet dies mit dem anhaltenden Ausbau seiner KI-Infrastruktur. Anleger hatten die hohen Investitionsausgaben der großen Technologiekonzerne zuletzt kritisch beäugt, da die Sorge wächst, dass die Ausgaben die tatsächliche Nachfrage übersteigen könnten.

Doch das starke AWS-Wachstum scheint diese Bedenken zu zerstreuen. Tracy Woo, Chefanalystin beim Marktforschungsunternehmen Forrester, schrieb in einer Mitteilung: „Das ist ein klarer Indikator dafür, dass seine Infrastrukturinvestitionen die Marktnachfrage erfüllen und nicht übertreffen."

Anleger wählen ihre KI-Gewinner

Die Kursbewegungen spiegeln ein breiteres Muster in der laufenden Berichtssaison wider. Anleger sortieren die Technologiegiganten zunehmend nach ihrer KI-Positionierung. Am Donnerstag verlor Meta rund 8%, während Microsoft um 15% zulegte – ebenfalls als Reaktion auf unterschiedlich bewertete KI-Strategien.

Interessant ist dabei die Rolle von Apple: Der iPhone-Hersteller wurde bislang teilweise als Alternative zu den stark investierenden Tech-Konzernen gesehen, da Apple keinen vergleichbar massiven Ausbau der Investitionsausgaben vorgenommen hat. Diese Wahrnehmung könnte sich nun ändern, da die Lieferprobleme das Wachstumspotenzial des Unternehmens kurzfristig begrenzen.

Im Jahresvergleich zeigt sich das Bild ebenfalls aufschlussreich: Apple ist seit Jahresbeginn 2026 um rund 23% gestiegen, während Amazon im gleichen Zeitraum nur etwa 4% zulegte. Der heutige Kursrutsch bei Apple und der Sprung bei Amazon könnten diese Schere deutlich verringern – und zeigen, wie schnell sich die Stimmung an den Märkten drehen kann, wenn Quartalszahlen die KI-Erwartungen entweder bestätigen oder enttäuschen.

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