Amazon steigt 15 Prozent – Apple verliert nach enttäuschender Prognose
Starke Cloud-Zahlen beflügeln Amazon, während Apple mit Lieferkettenengpässen kämpft und Anleger enttäuscht.

Die US-Technologiebörse zeigte nach den jüngsten Quartalszahlen ein gespaltenes Bild: Amazon-Aktien legten kräftig um 15 Prozent zu, während Apple-Papiere rund 7 Prozent an Wert verloren. Ausschlaggebend waren in beiden Fällen die Quartalsergebnisse und die damit verbundenen Ausblicke der Unternehmen.
Amazon profitierte vor allem vom boomenden Cloud-Geschäft. Der Konzern meldete ein Umsatzwachstum von 37 Prozent bei Amazon Web Services (AWS) – der Cloud-Sparte des Unternehmens. Dies ist die höchste Wachstumsrate seit 18 Quartalen und übertraf offenbar die Erwartungen der Anleger deutlich.
Amazon Web Services als Wachstumsmotor
AWS ist seit Jahren das profitabelste Segment von Amazon und gilt als wichtiger Treiber für die gesamte Unternehmensbewertung. Ein Wachstum von 37 Prozent unterstreicht, dass die Nachfrage nach Cloud-Diensten – also der Auslagerung von IT-Infrastruktur und Rechenleistung in das Internet – ungebrochen stark ist. Für Anleger ist AWS damit einmal mehr der entscheidende Faktor bei der Bewertung der Amazon-Aktie.
Ganz anders das Bild bei Apple: Der iPhone-Hersteller enttäuschte mit seiner Prognose für das September-Quartal. Das Unternehmen warnte, dass Lieferkettenengpässe die Beschaffung von Komponenten für iPhones und iPads erheblich erschweren. Solche Engpässe sind ein branchenweites Problem, das viele Technologiekonzerne seit geraumer Zeit belastet.
Apple kämpft mit Lieferkettenproblemen
Lieferkettenprobleme in der Halbleiter- und Elektronikindustrie haben in den vergangenen Jahren immer wieder für Produktionsausfälle und Umsatzeinbußen bei großen Technologieunternehmen gesorgt. Apple ist dabei besonders exponiert, da der Konzern auf eine komplexe globale Zuliefererstruktur angewiesen ist, um seine Geräte in ausreichender Stückzahl produzieren zu können. Eine enttäuschende Prognose für das wichtige Sommerquartal – in dem traditionell die Vorbereitungen für neue iPhone-Modelle laufen – wiegt für Anleger besonders schwer.
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Zur AktienanalyseFür deutsche Privatanleger sind beide Entwicklungen von Bedeutung: Amazon und Apple gehören zu den größten Positionen in vielen ETFs und Fonds, die auf den US-amerikanischen Technologiesektor oder den breiten S&P-500-Index setzen. Starke Bewegungen bei diesen Schwergewichten wirken sich daher häufig auch auf die Performance von Depots aus, die indirekt in US-Technologiewerte investiert sind.
Die Quartalssaison bleibt damit ein zentrales Ereignis für die Finanzmärkte. Während Amazon mit seinen Cloud-Zahlen positiv überraschte, zeigt das Beispiel Apple, wie schnell operative Probleme wie Lieferengpässe das Anlegervertrauen erschüttern können.


