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Amazon verliert 75 Millionen mit Melania-Dokumentarfilm

Trotz starkem US-Kinostart bleibt die Produktion ein finanzielles Desaster für Jeff Bezos.

Amazon verliert 75 Millionen mit Melania-Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm über First Lady Melania Trump startete fulminant in den US-Kinos und landete direkt auf Platz drei der Charts. Mit sieben Millionen Dollar Einspielergebnis am ersten Wochenende markierte die Produktion das erfolgreichste Kino-Debüt einer Dokumentation seit einem Jahrzehnt. Vor allem in republikanischen Hochburgen wie Dallas, Phoenix und Houston strömten die Zuschauer in die Kinosäle.

Melania Trump selbst feierte den Start auf X und verkündete stolz, der Film habe bereits mehr eingespielt als fünf Oscar-nominierte Produktionen 2025. International blieb das Interesse jedoch überschaubar - in Großbritannien landete "Melania" nur auf Platz 29 und spielte magere 33.000 Pfund ein.

Historische Rekordkosten für Dokumentarfilm

Trotz des vielversprechenden Starts steht Amazon vor einem massiven finanziellen Problem. Der Konzern zahlte 40 Millionen Dollar für die Rechte am Film - ein absoluter Rekord für eine Dokumentation. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Budget für Dokumentarfilme liegt laut International Documentary Association bei gerade einmal 900.000 Dollar.

Die Rechtekosten überstiegen das nächsthöhere Gebot von Disney um satte 26 Millionen Dollar. Melania Trump kassierte persönlich über 28 Millionen Dollar aus dem Deal - mehr als 70 Prozent der Gesamtsumme flossen direkt an ihre Produktionsfirma.

Marketing-Offensive verschlingt weitere Millionen

Zusätzlich zu den Rechtekosten investierte Amazon 35 Millionen Dollar ins Marketing. Diese Summe entspricht dem Zehnfachen dessen, was bei hochkarätigen Dokumentarfilmen üblich ist. Die New York Times berichtet von aufwendigen Fernsehspots während der NFL-Playoffs, einer simultanen Premiere in 25 Kinos sowie Werbung auf Bussen und Popcorn-Boxen.

Die Gesamtkosten von 75 Millionen Dollar machen eine Amortisation nahezu unmöglich. Selbst wenn Amazon den Film über seinen Streamingdienst Prime Video vermarktet und die geplante Begleit-Dokuserie realisiert, bleibt die Rentabilität mehr als fraglich.

Politische Motive im Fokus

Branchenbeobachter zweifeln an rein wirtschaftlichen Motiven hinter dem Deal. Der Vertrag mit Melania Trumps Produktionsfirma kam kurz nach einem Abendessen zwischen Amazon-Gründer Jeff Bezos und Donald Trump in Mar-a-Lago zustande. Kritiker sehen darin einen Versuch, sich politischen Einfluss zu erkaufen.

Ted Hope, ehemaliger Amazon-Manager und Mitaufbauer der Filmabteilung, äußerte sich deutlich: "Wie kann das nicht mit Einschmeichelei oder gar Bestechung gleichgesetzt werden?" Amazon selbst weist solche Vorwürfe zurück und betont, man habe den Film lizenziert, weil die Kunden ihn lieben würden.

Für Anleger wirft der Deal Fragen zur Unternehmensführung auf. Die enormen Verluste bei gleichzeitig fragwürdigen politischen Verstrickungen könnten das Vertrauen in Amazons Investitionsstrategie belasten. Der Konzern muss nun beweisen, dass strategische Erwägungen die finanzielle Fehlkalkulation rechtfertigen können.

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