AMD wächst kräftig – doch KI-Sparte schwächelt
US-Exportbeschränkungen belasten Geschäft mit China und drücken den Absatz spezialisierter Chips

Trotz eines deutlichen Umsatzwachstums hat der US-Chiphersteller AMD mit Herausforderungen im Geschäft mit Spezialprozessoren für Künstliche Intelligenz zu kämpfen. Zwar legte der Gesamtumsatz im zweiten Quartal um 32 Prozent auf 7,7 Milliarden US-Dollar zu, doch die Erlöse der Rechenzentrumssparte, in der auch KI-Chips enthalten sind, stiegen lediglich um 14 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar und blieben damit unter den Erwartungen. Der Rückgang beim Absatz margenstarker KI-Prozessoren belastete das Gesamtergebnis und führte zu einem Gewinneinbruch in Höhe von 800 Millionen Dollar.
Hintergrund dieser Entwicklung sind vor allem US-Beschränkungen für den Export von Hochtechnologie nach China, die sich negativ auf den Vertrieb der betroffenen Produkte auswirkten. Diese regulatorischen Hürden trafen insbesondere die Chips vom Typ „MI308“, für deren Export derzeit noch Genehmigungen geprüft werden. Potenzielle Erlöse aus diesen Verkäufen sind in der aktuellen Prognose für das laufende Quartal nicht enthalten.
Im nachbörslichen Handel reagierten die Märkte mit einem Rückgang der AMD-Aktie um rund zwei Prozent. Die Anleger zeigten sich offenbar beunruhigt über die Schwäche im strategisch wichtigen Segment der KI-Chips. Der Rückgang in diesem Bereich steht im Kontrast zur insgesamt positiven Entwicklung des Unternehmens, das sowohl bei PC- als auch bei Serverprozessoren Rekordabsätze verzeichnete.
Trotz der Belastungen blickt AMD optimistisch auf die zweite Jahreshälfte. Konzernchefin Lisa Su kündigte für das laufende Quartal einen Umsatz zwischen 8,4 und neun Milliarden Dollar an und stellte eine Bruttomarge von etwa 54 Prozent in Aussicht. Haupttreiber für das erwartete Wachstum soll die beginnende Massenproduktion der neuen KI-Chip-Generation „MI350“ sein.
Im harten Wettbewerb mit dem Marktführer Nvidia plant AMD, durch neue Produkte Marktanteile im wachstumsstarken KI-Sektor zu gewinnen. Der Fokus liegt dabei auf technologischer Weiterentwicklung und der Erschließung neuer Absatzmärkte. Die derzeitigen regulatorischen Hürden im Handel mit China könnten diesen Expansionsplänen jedoch im Weg stehen, sollte keine Einigung bei den Exportauflagen erzielt werden.
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Zur AktienanalysePortfoliomanager wie Dan Morgan vom Vermögensverwalter Synovus sehen in den schwächeren Zahlen der Rechenzentrumssparte ein mögliches Warnsignal für Investoren. Die langfristige Entwicklung im KI-Bereich bleibt daher eng verknüpft mit politischen Rahmenbedingungen und technologischen Innovationen.


