American Airlines Aktie fällt nach Dementi der Megafusion mit United
American Airlines weist Fusionsspekulationen mit United Airlines zurück – die Aktie verliert daraufhin fast 3 Prozent im vorbörslichen Handel.

Die Aktie von American Airlines hat am Montag im vorbörslichen Handel rund 3 Prozent verloren. Auslöser war eine Erklärung des Unternehmens vom Freitag kurz nach Börsenschluss, in der es Gerüchte über eine mögliche Megafusion mit United Airlines offiziell dementierte. Mit dem Kursrückgang wurden die Gewinne vom Freitag, die im Zuge einer allgemeinen Marktrally erzielt worden waren, vollständig wieder zunichtegemacht.
Die Spekulationen über einen möglichen Zusammenschluss der beiden US-Traditionsfluggesellschaften hatten zuletzt an Fahrt gewonnen. United-CEO Scott Kirby hatte im Februar im Weißen Haus gegenüber der Trump-Administration eine potenzielle Fusion mit American Airlines ins Gespräch gebracht. Berichten zufolge prüft United die Idee bereits seit mindestens vergangenem Herbst.
Weltgrößte Fluggesellschaft als Ziel
Ein Zusammenschluss von United und American würde die weltweit größte Fluggesellschaft entstehen lassen. Das Luftfahrt-Datenunternehmen OAG schätzt, dass die fusionierte Gesellschaft rund 40 Prozent des US-amerikanischen Inlandsmarktanteils auf sich vereinen würde. Bereits heute dominieren United, American, Delta Air Lines und Southwest Airlines zusammen etwa 80 Prozent der inländischen Kapazitäten in den USA.
Angesichts dieser Marktmacht haben die Fusionspläne erhebliche regulatorische Bedenken ausgelöst. Kritiker warnen vor der Entstehung eines faktischen Marktmonopols, das langfristig negative Folgen für Verbraucher und den Wettbewerb haben könnte. Auch aus der Politik kamen mahnende Worte: Duffy erklärte dazu: „Sollte es zu einer Fusion zwischen einigen der größeren Fluggesellschaften kommen, müssten sie Teile ihres Vermögens abstoßen. Wir wollen in Amerika keine derart massive Infrastruktur bei einer einzigen Fluggesellschaft; das würde sich auf lange Sicht wiederum auf die Preisgestaltung auswirken, da es an Wettbewerb mangeln würde."
Juristen sehen kaum Chancen auf Genehmigung
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Zur AktienanalyseAuch aus der Rechtswissenschaft kommt deutliche Skepsis. George Hay, Juraprofessor an der Cornell University, sagte gegenüber CNBC: „Dies wäre die größte Fusion aller Zeiten. Ich sehe nicht einmal die geringste Chance, dass ein Gericht dies zulassen würde." Die Aussage verdeutlicht, vor welch enormen rechtlichen Hürden ein solches Vorhaben stehen würde.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung im US-Luftfahrtsektor von Bedeutung, da amerikanische Fluggesellschaften wichtige Partner und Wettbewerber europäischer Carrier wie der Lufthansa-Gruppe sind. Konsolidierungen im US-Markt könnten langfristig auch transatlantische Routen und Preisstrukturen beeinflussen. Vorerst jedoch hat American Airlines mit seinem klaren Dementi die Spekulationen zumindest offiziell vom Tisch gewischt – der Markt reagierte prompt mit Kursverlusten, da die Fusionsfantasie als Kurstreiber wegfiel.


