Amgen investiert weitere 300 Millionen Dollar in US-Produktion
Der Pharmakonzern baut seine Biologika-Anlage in Puerto Rico aus – als Reaktion auf drohende US-Importzölle von bis zu 100 Prozent.

Amgen hat am Montag angekündigt, weitere 300 Millionen Dollar in Puerto Rico zu investieren, um sein US-amerikanisches Produktionsnetzwerk zu stärken. Die Mittel fließen in den Ausbau der bestehenden Biologika-Produktionsstätte in Juncos, Puerto Rico. Von dort aus beliefert Amgen bereits mehr als 60 Länder weltweit.
Die Investition reiht sich in eine wachsende Bewegung globaler Pharmakonzerne ein, die ihre Produktion in den USA ausbauen. Hintergrund sind die Zollpläne von US-Präsident Donald Trump, der im April ein Dekret unterzeichnete, das Zölle von bis zu 100 Prozent auf importierte Markenarzneimittel vorsieht. Ausnahmen gelten nur für Hersteller, die staatlichen Preisvereinbarungen zustimmen oder sich zur inländischen Produktion verpflichten.
Milliardenschweres Investitionsprogramm in den USA
Die neue Finanzspritze ergänzt bereits früher angekündigte Investitionen von Amgen in Puerto Rico in Höhe von 650 Millionen Dollar, die im vergangenen Jahr bekanntgegeben wurden. Durch diese kombinierten Maßnahmen sollen voraussichtlich 750 Arbeitsplätze auf der Insel entstehen. Puerto Rico gilt als US-amerikanisches Territorium und ist damit von den Importzöllen nicht betroffen.
Amgen hat in den vergangenen Monaten eine Reihe weiterer Investitionsvorhaben in den Vereinigten Staaten angekündigt. Dazu zählen 900 Millionen Dollar in Ohio sowie 600 Millionen Dollar für ein Wissenschafts- und Innovationszentrum in Kalifornien. Darüber hinaus hat das Unternehmen mehr als 1,5 Milliarden Dollar in North Carolina investiert.
Zollpolitik als Treiber der Standortverlagerung
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Zur AktienanalyseDie Zollpolitik der Trump-Administration setzt die internationale Pharmaindustrie unter erheblichen Druck. Konzerne, die ihre Medikamente bislang im Ausland produzieren und in die USA importieren, stehen vor der Wahl: entweder die potenziell massiven Zölle zu tragen oder die Produktion in US-amerikanisches Territorium zu verlagern. Amgen reagiert mit seiner Investitionsstrategie klar auf dieses regulatorische Umfeld.
Für deutsche und europäische Anleger ist diese Entwicklung relevant, da sie zeigt, wie stark geopolitische Handelspolitik die Standortentscheidungen großer Pharmaunternehmen beeinflusst. Amgen gehört zu den weltweit führenden Biotechnologie- und Pharmaunternehmen und ist im US-amerikanischen Leitindex S&P 500 sowie im Dow Jones Industrial Average gelistet. Die massiven Investitionen in die heimische Produktion könnten langfristig die Kostenstruktur des Konzerns beeinflussen, signalisieren aber gleichzeitig Vertrauen in den US-Markt als Produktionsstandort.


