Ampol meldet deutlichen Gewinnrückgang
Wetterstörungen, schwache Margen und geplante Übernahme prägen das Halbjahr

Australiens größter Kraftstoffhändler Ampol hat im ersten Halbjahr einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet, konnte die Erwartungen des Marktes jedoch übertreffen. Das Unternehmen meldete einen Nettogewinn nach Steuern aus fortgeführten Geschäften von 180,2 Millionen australischen Dollar, was einem Rückgang von 23 Prozent im Vergleich zu 233,7 Millionen Dollar im Vorjahr entspricht. Analysten hatten im Konsens lediglich mit 165,6 Millionen Dollar gerechnet. Belastet wurde das Ergebnis vor allem durch schwache Raffineriemargen sowie wetterbedingte und operative Störungen.
Die Aktien des Unternehmens bewegten sich nach der Bekanntgabe in einer engen Handelsspanne. Zunächst legten sie um 0,7 Prozent auf 29,36 australische Dollar zu, gaben dann aber wieder leicht nach und notierten zuletzt bei 29,08 Dollar. Damit entwickelten sie sich ähnlich wie der Leitindex ASX 200, der sich nahezu unverändert zeigte.
Besonders betroffen war die Raffinerie in Lytton, deren Erträge im Berichtszeitraum erheblich unter Druck standen. Die schwachen Raffineriemargen in Singapur sowie ein Wirbelsturm, der zu Produktionsausfällen führte, belasteten die Anlage zusätzlich. Die geplanten Wartungsarbeiten verstärkten die Situation. Das operative Ergebnis der Raffinerie sank auf nur noch 1,1 Millionen australische Dollar, während im Vorjahr noch 89,5 Millionen Dollar erzielt worden waren. Auch die Sparte für Treibstoff und Infrastruktur verzeichnete einen deutlichen Rückgang. Ihr Ergebnis halbierte sich nahezu auf 118,3 Millionen Dollar.
Trotz der schwachen Entwicklung im ersten Halbjahr meldete das Unternehmen, dass die Raffineriemargen zu Beginn der zweiten Jahreshälfte wieder anzogen. Im Juli lagen sie bei 9,95 US-Dollar pro Barrel und damit deutlich höher als der Durchschnitt von 7,44 Dollar pro Barrel im ersten Halbjahr. Ampol erklärte zudem, dass die Entwicklung in den Segmenten Treibstoff- und Infrastrukturgeschäft außerhalb von Lytton, Convenience Retail sowie im neuseeländischen Geschäft weitgehend stabil bleiben dürfte.
Der Verwaltungsrat beschloss eine Zwischendividende von 40 australischen Cent je Aktie. Damit liegt die Ausschüttung unter dem Vorjahreswert von 60 Cent. Analysten gehen davon aus, dass die veröffentlichten Zahlen keine wesentlichen Änderungen an den Konsensschätzungen nach sich ziehen werden. Dies könnte den Blick der Anleger auf die Wachstumschancen durch die geplante Übernahme von EG Australia lenken.
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Zur AktienanalyseIn der vergangenen Woche hatte Ampol angekündigt, die australische Einheit des britischen Tankstellenbetreibers EG Group für rund 1,1 Milliarden australische Dollar zu übernehmen. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seine Marktposition im heimischen Kraftstoff- und Tankstellengeschäft ausbauen.

