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Amundi übertrifft Erwartungen mit 20,9 Milliarden Euro Nettozuflüssen

Europas größter Vermögensverwalter profitiert von Diversifikationsbestrebungen der Anleger und starker ETF-Nachfrage im vierten Quartal.

Amundi übertrifft Erwartungen mit 20,9 Milliarden Euro Nettozuflüssen

Der französische Vermögensverwalter Amundi hat im vierten Quartal 2025 Nettozuflüsse von 20,9 Milliarden Euro verzeichnet und damit die Analystenerwartungen von 16,1 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Das verwaltete Vermögen (AUM) stieg im Jahresvergleich um 6,2 Prozent auf 2,38 Billionen Euro. Besonders die passiven Produkte des Unternehmens, insbesondere börsengehandelte Fonds (ETFs), erfreuten sich großer Beliebtheit bei institutionellen und privaten Anlegern.

Die starke Performance spiegelt sich auch in den Finanzkennzahlen wider: Der bereinigte Nettoumsatz kletterte im vierten Quartal um 8,2 Prozent auf 899 Millionen Euro. Der Jahresgewinn 2025 erreichte 1,59 Milliarden Euro – ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Belohnung für die Aktionäre schlägt Amundi eine Dividende von 4,25 Euro pro Aktie vor und kündigte zudem ein Aktienrückkaufprogramm über 500 Millionen Euro an.

Geopolitische Unsicherheit treibt Diversifikation

CEO Valérie Baudson führt den Erfolg auf die gestiegene geopolitische Unsicherheit zurück. Investoren diversifizieren ihre Portfolios verstärkt über verschiedene Regionen, Sektoren und Anlagestile hinweg. "Wir haben begonnen, eine ganze Reihe von Investitionen in Europa zu sehen, bei denen es sich entweder um reine Diversifikationsanlagen oder um Investitionen handelte, die darauf abzielten, die Sensitivität gegenüber dem Dollar und US-Vermögenswerten zu reduzieren", erklärte Baudson in einer Telefonkonferenz.

Der deutliche Rückgang des US-Dollars habe die Anlageentscheidungen maßgeblich beeinflusst. Kunden nutzen zunächst Gold als Absicherung, investieren nun aber verstärkt in europäische Anlagen. Diese Entwicklung spielt Amundi als einem der größten ETF-Anbieter Europas in die Karten, auch wenn das Unternehmen im Vergleich zu US-Riesen wie BlackRock (14 Billionen Dollar AUM) deutlich kleiner bleibt.

Expansion in Private Markets geplant

Amundi treibt seine Wachstumsstrategie konsequent voran. Das Unternehmen, das mehrheitlich der französischen Bank Crédit Agricole gehört, expandiert in schnell wachsende Bereiche wie Private Debt und Infrastruktur. Im vergangenen Jahr investierte Amundi in den britischen alternativen Vermögensverwalter ICG. Der strategische Plan für 2025 bis 2028 sieht kumulierte Nettozuflüsse von über 300 Milliarden Euro vor, wobei die Hälfte aus Asien erwartet wird.

Eine offene Frage bleibt die Vertriebsvereinbarung mit der italienischen Bank UniCredit, die im Juli 2027 ausläuft. Ende 2025 verwaltete Amundi im Rahmen dieses Vertrags Vermögenswerte von 86 Milliarden Euro. "Die Situation hat sich nicht geändert; der Vertrag kann verlängert werden oder auch nicht", kommentierte Baudson zurückhaltend. Analysten beobachten diese Entwicklung mit Sorge, da die Partnerschaft für Amundis Vertriebsnetzwerk bedeutsam ist.

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