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Anglo und Teck fusionieren zu Kupferriesen

Neuer Bergbaukonzern mit Sitz in Vancouver geplant

Anglo und Teck fusionieren zu Kupferriesen

Der britische Bergbaukonzern Anglo American fusioniert mit dem kanadischen Unternehmen Teck Resources. Durch den Zusammenschluss entsteht einer der fünf größten Kupferproduzenten weltweit. Die beiden Konzerne betreiben bereits benachbarte Minen in Chile und wollen durch die Zusammenlegung Synergien erzielen.

Das fusionierte Unternehmen wird künftig unter dem Namen Anglo Teck firmieren. Der Hauptsitz soll in Vancouver, Kanada, angesiedelt werden, während die Hauptnotierung der Aktie an der Londoner Börse erfolgt. Die Marktkapitalisierung des neuen Konzerns liegt bei mehr als 53 Milliarden US-Dollar. Anteilseigner von Anglo American halten künftig rund 62,4 Prozent des Unternehmens, Investoren von Teck Resources rund 37,6 Prozent.

Anglo-Chef Duncan Wanblad übernimmt den Vorstandsvorsitz, Teck-Chef Jonathan Price wird stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Vor Abschluss der Transaktion erhalten die Aktionäre von Anglo eine Sonderdividende in Höhe von insgesamt 4,5 Milliarden US-Dollar, was etwa 4,19 Dollar je Aktie entspricht.

Laut Angaben beider Unternehmen wird mit jährlichen Synergieeffekten in Höhe von 800 Millionen US-Dollar gerechnet, vor allem durch die engere Zusammenarbeit der benachbarten Kupferminen Quebrada Blanca und Collahuasi in Chile sowie durch geringere Verwaltungskosten. Die Unternehmensgremien beider Seiten haben der Transaktion einstimmig zugestimmt. Der Abschluss des Deals wird innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate erwartet.

Die Fusion erfolgt vor dem Hintergrund einer erwarteten Ausweitung der globalen Kupfernachfrage. Nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) dürfte der Bedarf bis 2040 um fast 30 Prozent steigen, selbst wenn die Staaten keine Netto-null-Ziele verfolgen, sondern lediglich bereits angekündigte Maßnahmen umsetzen. Gleichzeitig geht die Agentur davon aus, dass das prognostizierte Angebot an Kupfer im Jahr 2040 nicht ausreichen wird. Bereits für 2035 erwartet die IEA eine Versorgungslücke von rund 30 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem rückläufige Erzgehalte und gestiegene Investitionskosten für neue Projekte.

Im Vorfeld der Fusion hatten beide Unternehmen ihre Strukturen angepasst. Teck verkaufte eine Mehrheitsbeteiligung an seinem Kohlegeschäft an Glencore, während Anglo seinen Ausstieg aus dem Platingeschäft vollzog und eine Trennung von der Diamantsparte De Beers vorbereitet.

Anglo und Teck waren in den vergangenen Jahren selbst Ziel von Übernahmeversuchen. Glencore hatte 2023 versucht, Teck zu übernehmen. Im darauffolgenden Jahr lehnte Anglo ein Angebot der BHP Group ab. Diese Entwicklungen hatten laut Branchenbeobachtern eine Konsolidierungswelle im Bergbau ausgelöst.

Der Kupferpreis befindet sich derzeit unter der Marke von 10.000 US-Dollar je Tonne. Analysten rechnen jedoch mit einem Anstieg in den kommenden Jahren. Ein Indikator für ein sich abzeichnendes Defizit ist die derzeitige Situation auf dem Verarbeitungsmarkt: Kupferhütten zahlen Minen derzeit für die Verarbeitung des Rohstoffs, was vom üblichen Marktverhältnis abweicht.

China ist mit fast der Hälfte der globalen Kupferverarbeitung der größte Marktakteur. Die US Geological Survey plant, Kupfer als kritisches Mineral einzustufen, um Genehmigungsverfahren und Finanzierungszugänge für neue Projekte zu erleichtern.

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