Anleihestrategen warnen: Hohe Renditen bleiben auch nach Iran-Krieg
Selbst wenn der Iran-Krieg endet, dürften die Anleiherenditen hoch bleiben – andere Faktoren treiben die Kreditkosten ebenso stark.

Anleihestrategen schlagen Alarm: Die hohen Renditen am Anleihenmarkt sind nicht allein auf kriegsbedingte Inflationsängste zurückzuführen. Laut einer Analyse von Bloomberg gibt es deutliche Hinweise darauf, dass andere Faktoren die längerfristigen Kreditkosten mindestens ebenso stark beeinflussen wie die geopolitischen Spannungen rund um den Iran-Krieg. Für Anleger bedeutet das: Eine Entspannung der Lage im Nahen Osten allein dürfte keine nachhaltige Entlastung an den Rentenmärkten bringen.
Besonders aufschlussreich ist dabei die Entwicklung der sogenannten Realrenditen in den USA. Realrenditen sind Anleiherenditen, bei denen der Einfluss der Inflation herausgerechnet wird – sie spiegeln also die tatsächlichen realen Finanzierungskosten wider. Diese Realrenditen hatten laut der Analyse einen besonders großen Einfluss auf die Gesamtentwicklung der Renditen. Das ist ein wichtiges Signal, denn es zeigt, dass Anleiheinvestoren nicht primär wegen des Preisdrucks durch den Iran-Krieg besorgt sind.
Was Realrenditen über die Marktlage verraten
Hohe Realrenditen deuten in der Regel auf eine straffe Geldpolitik, eine robuste Wirtschaft oder strukturelle Faktoren wie steigende Staatsverschuldung hin. Wenn Investoren trotz eines möglichen Kriegsendes keine deutlich sinkenden Renditen erwarten, signalisiert das, dass die zugrundeliegenden wirtschaftlichen und fiskalischen Spannungen fortbestehen. Für deutsche und europäische Anleger ist das besonders relevant, da die US-Renditen als globale Benchmark wirken und die Finanzierungskosten weltweit beeinflussen.
Die Analyse legt nahe, dass Anleihemärkte derzeit von einem Zusammenspiel mehrerer Kräfte bewegt werden. Neben geopolitischen Risiken spielen strukturelle Faktoren eine entscheidende Rolle. Dazu zählen unter anderem:
- Die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve
- Die Entwicklung der realen Wirtschaftsleistung
- Strukturelle Inflationserwartungen unabhängig vom Kriegsgeschehen
- Die Fiskalpolitik und die Höhe der Staatsverschuldung
Bedeutung für Anleger und die Rentenmärkte
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Zur AktienanalyseFür Privatanleger, die in Anleihen oder Rentenfonds investiert sind, ist diese Einschätzung von erheblicher Bedeutung. Wer darauf spekuliert hat, dass ein Ende des Iran-Konflikts automatisch zu sinkenden Renditen und damit steigenden Anleihekursen führt, könnte enttäuscht werden. Die Botschaft der Strategen ist klar: Die strukturellen Treiber hinter den hohen Renditen sind hartnäckiger als ein einzelnes geopolitisches Ereignis.
Anleiherenditen und Kurse bewegen sich gegenläufig – steigen die Renditen, fallen die Kurse bestehender Anleihen. Gerade für Inhaber länger laufender Anleihen oder entsprechender Fonds ist das ein relevantes Risiko. Die aktuelle Analyse mahnt daher zur Vorsicht bei allzu optimistischen Szenarien, die allein auf eine geopolitische Entspannung setzen.


