Anta prüft Einstieg bei Puma
Gespräche über 29-Prozent-Anteil der Pinault-Familie zuletzt ins Stocken geraten

Der chinesische Sportartikelhersteller Anta Sports Products hat dem Vernehmen nach ein Angebot zum Erwerb eines 29-prozentigen Anteils am deutschen Sportwarenkonzern Puma unterbreitet, der derzeit im Besitz der französischen Unternehmerfamilie Pinault ist. Das Angebot wurde bereits vor einigen Wochen abgegeben und soll von Anta mit gesicherter Finanzierung hinterlegt worden sein. Dennoch sind die Gespräche zuletzt ins Stocken geraten, ohne dass es bislang zu einer Einigung gekommen ist.
Der Anteil an Puma wird über die Beteiligungsgesellschaft Artemis gehalten, die von François-Henri Pinault geführt wird. Innerhalb der Eigentümerseite bestand demnach die Erwartung, dass ein möglicher Verkaufspreis oberhalb von 40 Euro je Aktie liegen müsste. Die Verhandlungen werden vertraulich geführt, weshalb sich weder Artemis noch Puma öffentlich zu dem Vorgang äußern. Auch von Anta lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Am Kapitalmarkt sorgten die Berichte dennoch für Bewegung. Die Puma-Aktie legte deutlich zu und erreichte zeitweise den höchsten Stand seit mehreren Monaten. Trotz dieser Reaktion bleibt die Bewertung des Unternehmens deutlich unter dem Niveau des Vorjahres. Die Marktkapitalisierung ist infolge rückläufiger Umsätze und eines schwierigen Marktumfelds stark gesunken. Puma steht unter Druck, da sich viele Verbraucher zuletzt verstärkt Konkurrenzmarken zugewandt haben.
Der Sportartikelhersteller befindet sich seit dem Führungswechsel an der Unternehmensspitze in einer Phase des strategischen Umbaus. Der neue Vorstandsvorsitzende hatte im Herbst ein Maßnahmenpaket vorgestellt, mit dem die Marke wieder an Attraktivität gewinnen soll. Zuvor hatten mehrere Produktneuheiten nicht den erhofften Markterfolg erzielt, was sich zusätzlich auf die Geschäftsentwicklung ausgewirkt hatte.
Anta gilt hingegen als erfahrener Käufer westlicher Marken. Der Konzern hat in der Vergangenheit wiederholt Beteiligungen übernommen und die übernommenen Unternehmen neu ausgerichtet. Dazu zählte unter anderem der Erwerb eines internationalen Sportartikelkonzerns im Rahmen eines Konsortiums. Marktbeobachter sehen in einem möglichen Einstieg bei Puma die Chance, zusätzliche Investitionen zu ermöglichen und neue strategische Impulse zu setzen.
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Zur AktienanalyseFür Artemis ist die Beteiligung an Puma seit längerem als nicht strategisch eingestuft worden, auch wenn ein Verkauf bislang an der Bewertung gescheitert war. Die Eigentümerfamilie steht zudem unter Beobachtung von Investoren, da sich in den vergangenen Jahren ein höherer Schuldenstand aufgebaut hat. Ob es zu einer Wiederaufnahme der Gespräche kommt, bleibt vorerst offen.


