ANZ-Aktie auf Rekordhoch: Kostensenkungen treiben Quartalsgewinn um 6 Prozent
Australische Großbank profitiert von Stellenabbau und Umstrukturierung unter neuem CEO Nuno Matos.

Die Aktien der australischen ANZ Group Holdings Ltd sind am Donnerstag auf ein Allzeithoch von 40,14 Australischen Dollar gestiegen – ein Plus von fast 8 Prozent. Der Kurssprung folgt auf starke Quartalszahlen, die zeigen, dass die Kostensenkungsmaßnahmen unter dem neuen Vorstandschef Nuno Matos erste Erfolge zeigen. Der Anstieg der ANZ-Aktie trieb auch den australischen Leitindex ASX 200 um 0,6 Prozent nach oben.
Im ersten Quartal des Geschäftsjahres bis zum 31. Dezember verzeichnete die viertgrößte Bank Australiens einen Cash-Gewinn von 1,94 Milliarden Australischen Dollar, umgerechnet etwa 1,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die betrieblichen Erträge kletterten um 3 Prozent auf 5,7 Milliarden Australische Dollar.
Besonders bemerkenswert: Die Ausgaben sanken im Jahresvergleich um 8 Prozent. Dieser Rückgang ist das Ergebnis eines umfassenden Stellenabbaus, bei dem die Bank bereits 60 Prozent der geplanten 3.500 Arbeitsplätze bis Ende 2025 abgebaut hat. Die Kürzungen sind Teil einer weitreichenden Umstrukturierung, die Matos seit seinem Amtsantritt vorantreibt.
Umfassende Umstrukturierung zeigt Wirkung
"Unser Produktivitätsprogramm, das auf die Beseitigung von Doppelstrukturen und die Vereinfachung der Bank abzielt, ist in vollem Gange und führt zu einer erheblichen Senkung der Kosten bei gleichzeitigem Umsatzwachstum", erklärte CEO Matos in einer Mitteilung. Er bekräftigte das Bekenntnis zum strategischen Plan "ANZ 2030", mit dem sich das Kreditinstitut von Jahren regulatorischer Auflagen und wahrgenommenem Missmanagement erholen will.
Die ANZ Group dürfte zudem von der jüngsten Zinswende in Australien profitieren. Die Reserve Bank of Australia hatte in der vergangenen Woche die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben – eine Reaktion auf die steigende Inflation im Land. Höhere Zinsen verbessern typischerweise die Zinsmargen der Banken und damit ihre Profitabilität im Kreditgeschäft.
Positive Signale für den australischen Bankensektor
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Zur AktienanalyseDie starken Quartalszahlen der ANZ Group senden positive Signale für den gesamten australischen Bankensektor. Analysten werten die Ergebnisse als Beleg dafür, dass die großen australischen Banken ihre Effizienz trotz eines herausfordernden Marktumfelds steigern können. Die Kombination aus Kostendisziplin und moderatem Ertragswachstum gilt als Schlüssel für nachhaltige Profitabilität in einem Umfeld höherer Zinsen und verschärfter Regulierung.
Für deutsche Anleger, die ein Engagement im australischen Finanzsektor erwägen, bietet die ANZ Group als eine der "Big Four"-Banken des Landes eine interessante Option. Das Institut ist neben dem Heimatmarkt auch in Neuseeland und ausgewählten asiatischen Märkten aktiv.


