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ANZ Bank: Hypothekenanträge brechen um 12 Prozent ein

Australiens viertgrößte Bank meldet Quartalsgewinn von 1,9 Milliarden australischen Dollar – trotz massivem Rückgang bei Wohnungsbaudarlehen.

ANZ Bank: Hypothekenanträge brechen um 12 Prozent ein

Die australische ANZ Group hat am Donnerstag, dem 13. August, einen deutlichen Einbruch bei den Anträgen für Wohnungsbaudarlehen gemeldet. Seit die Labor-Regierung lukrative Steuervergünstigungen für Immobilieninvestitionen gestrichen hat, sind die Hypothekenanträge um 12 Prozent zurückgegangen. Dies belastet die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten spürbar.

Trotz dieses Gegenwinds verzeichnete ANZ für das dritte Quartal einen Cash-Gewinn von 1,9 Milliarden australischen Dollar – umgerechnet rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen zeigen, dass die Bank trotz des schwierigen Marktumfelds profitabel wirtschaftet.

ANZ als kleinste der „Big Four"

ANZ ist gemessen an der Marktkapitalisierung und dem Hypothekenmarktanteil das kleinste der vier großen australischen Bankinstitute, den sogenannten „Big Four". Mit der aktuellen Quartalsmeldung ist ANZ die vierte Großbank des Landes, die auf die Belastungen für die Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten hingewiesen hat.

Der Rückgang der Hypothekenanträge steht in direktem Zusammenhang mit der Steuerpolitik der australischen Labor-Regierung. Die Streichung von Steuervergünstigungen für Immobilieninvestoren hat die Attraktivität von Wohnimmobilien als Anlageklasse offenbar merklich reduziert. Für deutsche Anleger und Beobachter ist dies ein Hinweis darauf, wie stark staatliche Steuerpolitik die Kreditnachfrage und damit das Geschäft der Banken beeinflussen kann.

Bedeutung für den australischen Immobilienmarkt

Der australische Immobilienmarkt gilt seit Jahren als einer der dynamischsten der Welt, mit hohen Preisen insbesondere in Städten wie Sydney und Melbourne. Steuerliche Anreize für Immobilieninvestoren – in Australien unter dem Begriff „Negative Gearing" bekannt – haben traditionell eine wichtige Rolle bei der Nachfrageentwicklung gespielt. Deren Abschaffung durch die Labor-Regierung sendet nun deutliche Signale durch den gesamten Bankensektor.

Dass alle vier großen australischen Banken auf diese Belastungen hinweisen, unterstreicht die Breite des Effekts. Der Rückgang bei ANZ um 12 Prozent ist dabei ein konkreter Beleg dafür, wie direkt regulatorische Eingriffe das operative Geschäft der Kreditinstitute treffen können.

Für Anleger, die australische Bankaktien im Blick haben, liefert der ANZ-Quartalsbericht damit ein gemischtes Bild: Einerseits bleibt die Profitabilität mit einem Cash-Gewinn von 1,9 Milliarden australischen Dollar robust. Andererseits deuten die sinkenden Hypothekenanträge auf strukturelle Herausforderungen im Kerngeschäft hin, die sich in den kommenden Quartalen weiter bemerkbar machen könnten.

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