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Apollo-CEO Rowan: Harte Worte für Private-Credit-Kreditgeber bei Rücknahmen

Marc Rowan verteidigt Apollos 5%-Rücknahmegrenze und nennt überforderte Wettbewerber offen „Idioten".

Apollo-CEO Rowan: Harte Worte für Private-Credit-Kreditgeber bei Rücknahmen

Apollo Global Management CEO Marc Rowan hat auf dem CNBC Invest in America Forum in Washington, D.C. mit ungewöhnlich deutlichen Worten auf Kritik an seinem Unternehmen reagiert. Anlass war die Debatte um Rücknahmebeschränkungen bei Private-Credit-Fonds – einem der derzeit meistdiskutierten Themen im alternativen Investmentbereich. Apollo hatte die vierteljährlichen Rücknahmen in einem seiner Private-Credit-Fonds auf 5% begrenzt, was in der Branche als allgemein akzeptierter Standard gilt.

Rowan sparte dabei nicht mit Kritik an Wettbewerbern: „Wenn man als Manager von erstrangig besicherten Krediten keine Rücknahmen von 5% pro Quartal bedienen kann, sage ich es ganz offen: Dann ist man ein Idiot. Das ist nicht so schwer." Diese Aussage fiel vor dem Hintergrund, dass andere Akteure im Sektor ihre Rücknahmebeschränkungen gelockert haben – während Apollo an der 5%-Grenze festhält. Auch BlackRock zog eine ähnliche Linie: CEO Larry Fink betonte im März gegenüber der BBC, diese Bedingung stehe „nicht auf Seite 92 eines Prospekts, sondern auf Seite 1."

Rücknahmeanträge und Software-Risiken im Fokus

Apollos Private-Credit-Fonds verzeichnete Rücknahmeanträge in Höhe von 11% des verwalteten Vermögens. Das Unternehmen bediente davon Anträge im Wert von 750 Millionen US-Dollar. Rund 12% der Kredite im betroffenen Fonds – dem Apollo Debt Solutions BDC – entfallen auf den Softwaresektor, der als größter Einzelsektor innerhalb des Portfolios gilt. Genau dieser Bereich steht im Zentrum der Marktsorgen, da potenzielle Störungen durch Künstliche Intelligenz Ausfallrisiken bei Software-Unternehmen erhöhen könnten.

Apollo geriet in diesem Jahr wegen dieser Risiken unter Druck und verzeichnete Kursverluste. Rowan versuchte auf der CNBC-Veranstaltung erneut, das Unternehmen von den riskantesten Segmenten des Private-Credit-Marktes abzugrenzen. Er betonte, dass viele Bewertungen im Softwaresektor aus seiner Sicht „falsch" seien – eine Position, die Apollo bereits mehrfach öffentlich vertreten hat.

Apollos Geschäftsmodell: Investment-Grade dominiert

Im vergangenen Jahr emittierte Apollo Neuinvestitionen in Höhe von 310 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert: 80% davon entfielen auf Finanzierungen mit Investment-Grade-Rating. Zu den größten Emittenten zählten namhafte Konzerne wie Intel, BP, Shell, Air France, AB InBev, AT&T und Meta. Damit positioniert sich Apollo klar als Anbieter im qualitativ hochwertigen Segment des Kreditmarktes.

Der gesamte Private-Credit-Markt beziffert Rowan auf 40 Billionen US-Dollar. Davon entfallen lediglich 2 Billionen US-Dollar auf gehebelte Direktkredite – also jenes Segment, das im Mittelpunkt der aktuellen Marktsorgen steht. Im Bereich der gehebelten Private-Credit-Kredite unterhalb des Investment-Grade-Bereichs liege die Ausfallrate laut Rowan „näher an der Null als an 1%" – konkret bei 0,4%. Für die meisten regulierten Bilanzen in den USA handle es sich dabei „nicht um eine effiziente Assetklasse."

Tech-Konzerne als neue Schwergewichte am Anleihemarkt

Rowan zeichnete zudem ein klares Bild für die Zukunft des Anleihemarktes. Technologieunternehmen würden dort eine immer größere Rolle spielen: „Das gesamte Ökosystem des Silicon Valley hat die letzten 50 Jahre damit verbracht, kein Kapital zu benötigen, und auf einmal ist es das kapitalintensivste Geschäft auf dem Planeten." Von Tech-Unternehmen begebene Investment-Grade-Anleihen seien bereits „aus dem Nichts" auf 11% des Index gestiegen – „blitzschnell, und der Bedarf an Kapital ist astronomisch."

Seine Prognose für die nächsten fünf Jahre ist eindeutig: „Die zehn größten Investment-Grade-Emittenten von heute sind allesamt Banken. In fünf Jahren werden es fünf große Tech-Unternehmen und fünf große Banken sein, wenn alles so bleibt." Diese strukturelle Verschiebung sieht Rowan als langfristigen Megatrend – unabhängig von den kurzfristigen Turbulenzen im Private-Credit-Markt.

Die Spreads hätten sich zwar ausgeweitet, doch Rowan erklärte, dass institutionelle Anleger diese Ausweitung in den meisten Sektoren als Chance betrachteten. Lediglich im Bereich Unternehmenssoftware blieben die Risiken durch technologischen Wandel, Bewertungsänderungen und KI-bedingte Ausfallrisiken bestehen.

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