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Apollo-Ökonom Slok warnt vor drohender Auflösung des Yen-Carry-Trades

Spekulative Positionen zeigen starke Schwankungen – Experte sieht Risiko schneller Rückabwicklung trotz hoher Kreditbestände

Apollo-Ökonom Slok warnt vor drohender Auflösung des Yen-Carry-Trades

Torsten Slok, Chefökonom des US-Vermögensverwalters Apollo Management, schlägt Alarm: Der beliebte Yen-Carry-Trade könnte sich schneller auflösen als viele Marktteilnehmer erwarten. Der renommierte Ökonom verweist dabei auf deutliche Verschiebungen bei spekulativen Futures-Positionen, die auf eine zunehmende Nervosität der Investoren hindeuten.

"Die spekulative Futures-Positionierung ist stark ausgeschlagen, was hervorhebt, dass Carry Trades sich schnell auflösen können, auch wenn das breitere, in Yen finanzierte Volumen weiterhin besteht", warnt Slok in einer aktuellen Analyse. Diese Einschätzung gewinnt an Brisanz, da der Yen-Carry-Trade zu den beliebtesten Strategien internationaler Investoren zählt.

Bei dieser Anlagestrategie leihen sich Investoren Kapital in japanischen Yen zu niedrigen Zinssätzen und investieren die Mittel in höher verzinste Anlagen in anderen Währungen. Die Differenz zwischen den niedrigen Finanzierungskosten und den höheren Erträgen macht den Reiz dieser Strategie aus. Doch genau diese Konstruktion birgt erhebliche Risiken, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.

Widersprüchliche Signale am Markt

Aktuelle Daten der US-Aufsichtsbehörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zeigen eine bemerkenswerte Entwicklung: Spekulative Investoren haben ihre Netto-Short-Position auf den Yen auf 70.552 Kontrakte reduziert. Dies markiert die kleinste bärische Positionierung seit fast einem Monat und deutet auf eine veränderte Markteinschätzung hin.

Diese Bewegung bei den Futures-Positionen steht jedoch im deutlichen Kontrast zu den Bilanzdaten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Die BIZ-Zahlen belegen, dass die Yen-Kreditvergabe an Offshore-Finanzzentren und Nichtbank-Kreditnehmer nach wie vor auf hohem Niveau verharrt. "Dies deutet auf einen großen Bestand an in Yen finanzierten Positionen hin", erklärt Slok die Diskrepanz zwischen kurzfristigen spekulativen Bewegungen und langfristigen Kreditbeständen.

Japanischer Yen unter Beobachtung

Die japanische Währung hat sich im laufenden Jahr bereits um 1% gegenüber dem US-Dollar aufgewertet – eine Entwicklung, die die Rentabilität bestehender Carry Trades schmälert. Je stärker der Yen wird, desto teurer wird die Rückzahlung der aufgenommenen Kredite für internationale Investoren.

Am Markt mehren sich Spekulationen über mögliche Interventionen. Sowohl japanische als auch US-amerikanische Währungshüter könnten direkt eingreifen, um eine weitere Abwertung des Yen zu verhindern. Solche Interventionen würden die Auflösung von Carry-Trade-Positionen zusätzlich beschleunigen und könnten erhebliche Marktbewegungen auslösen.

Für deutsche Anleger ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung, da viele internationale Fonds und Vermögensverwalter Yen-Carry-Trades in ihren Portfolios nutzen. Eine schnelle Auflösung dieser Positionen könnte zu Volatilität an den globalen Finanzmärkten führen und auch hierzulande spürbare Auswirkungen haben.

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