Apollo verhandelt über Verkauf von 3-Milliarden-Dollar-Privatkreditfonds
Apollo Global Management prüft den Verkauf von MidCap Financial Investment, einer börsennotierten BDC mit rund 3 Milliarden Dollar Portfoliowert.

Apollo Global Management führt Gespräche über den Verkauf von MidCap Financial Investment (MFIC), seiner börsennotierten Business Development Company (BDC) mit Fokus auf Privatkredite. Dies berichtete das Wall Street Journal am Sonntag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Apollo bewertet den Fonds und dessen Portfolio demnach mit rund 3 Milliarden US-Dollar.
MFIC investiert in Kredite von Apollos großer Sparte MidCap Financial, die Darlehen an mittelständische Unternehmen vergibt. Bemerkenswert dabei: MidCap erhält laut dem WSJ-Bericht keine Gebühreneinnahmen aus den an MFIC verkauften Krediten. Apollo hatte MidCap ursprünglich im Jahr 2013 erworben, um seine Plattform für die direkte Kreditvergabe auszubauen und zu stärken.
Steigende Ausfallraten belasten den Fonds
Ein wesentlicher Faktor hinter den Verkaufsgesprächen dürfte die verschlechterte Kreditqualität im Portfolio sein. Die Ausfallrate im Fonds stieg im ersten Quartal auf 5,3 Prozent, nachdem sie im Dezember noch bei 3,9 Prozent gelegen hatte. Das Management reagierte in diesem Jahr mit dem Einsatz von Barmitteln für Aktienrückkäufe, da die Fondsanteile mit deutlichen Abschlägen zum Nettoinventarwert gehandelt wurden.
Als potenzieller Käufer käme dem Bericht zufolge voraussichtlich eine andere Business Development Company infrage. Ein solcher Käufer könnte eigene Fondsanteile für den Erwerb von MFIC einsetzen, anstatt Barmittel aufzuwenden. Apollo und MidCap Financial Investment reagierten zunächst nicht auf eine Anfrage von Reuters zur Stellungnahme.
Schwieriges Umfeld für den gesamten BDC-Sektor
Die Verkaufsgespräche fallen in eine turbulente Phase für US-amerikanische Anbieter von Privatkrediten. Eine schwächere Anlegernachfrage und steigender Rücknahmedruck belasten den gesamten BDC-Sektor. Business Development Companies sind börsennotierte Investmentgesellschaften, die sich auf die Finanzierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen spezialisiert haben – ein Segment, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, nun aber unter Druck gerät.
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Zur AktienanalyseDie Ratingagentur Fitch warnte im vergangenen Monat, dass der BDC-Sektor vor einem „sich verschlechternden" Ausblick stehe. Hohe Rücknahmen durch Anleger und überdurchschnittlich viele notleidende Kredite könnten die Liquidität einiger BDCs einschränken. Diese Einschätzung unterstreicht, dass es sich bei den Herausforderungen von MFIC nicht um ein Einzelphänomen handelt, sondern um ein strukturelles Problem des gesamten Marktsegments.
Für deutsche Privatanleger ist der Fall MFIC ein Beispiel dafür, wie steigende Zinsen und ein schwieriges Kreditumfeld auch auf den ersten Blick attraktive Nischenprodukte im Bereich der alternativen Investments unter Druck setzen können. Der mögliche Verkauf des Fonds zeigt zudem, dass selbst große Vermögensverwalter wie Apollo ihre Portfolios aktiv umstrukturieren, wenn einzelne Segmente nicht mehr die gewünschte Rendite oder strategische Relevanz aufweisen.


