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Apollo zieht Übernahmeofferte für britisches Bodycote zurück

Der US-Finanzinvestor Apollo Global Management beendet Gespräche über ein Milliarden-Angebot für den britischen Wärmebehandlungsspezialisten Bodycote.

Apollo zieht Übernahmeofferte für britisches Bodycote zurück

Der US-amerikanische Finanzinvestor Apollo Global Management hat seine Übernahmepläne für das britische Unternehmen Bodycote aufgegeben. Wie beide Unternehmen am Freitag mitteilten, beabsichtigt Apollo nicht, ein verbindliches Angebot abzugeben. Damit sind die Gespräche über eine potenzielle Transaktion im Wert von £1,52 Milliarden (rund 2,04 Milliarden US-Dollar) offiziell beendet.

Apollo hatte Bodycote im vergangenen Monat ein bedingtes Barangebot unterbreitet – und das nicht zum ersten Mal. Dem jüngsten Annäherungsversuch waren bereits mehrere frühere Kontaktaufnahmen vorausgegangen. Das Angebot von 885 Pence je Aktie entsprach einem Aufschlag von fast 27 Prozent auf den damaligen Börsenkurs und ließ die Bodycote-Aktie deutlich ansteigen.

Keine Begründung für den Rückzug

Apollo nannte keine Gründe für die Entscheidung, das Angebot nicht in ein verbindliches Gebot umzuwandeln. In einer offiziellen Mitteilung betonte der Investmentmanager jedoch seine Wertschätzung für das Unternehmen: „Apollo schätzt Bodycote und dessen Management-Team weiterhin sehr und ist dankbar für die Gespräche mit ihnen sowie dem Board of Directors von Bodycote."

Für Apollo hat der Rückzug nun konkrete regulatorische Konsequenzen. Gemäß den britischen Übernahmeregeln ist es dem Unternehmen für einen Zeitraum von sechs Monaten untersagt, einen erneuten Übernahmeversuch zu unternehmen. Eine Ausnahme gilt nur, wenn spezifische, im Regelwerk definierte Bedingungen eintreten sollten.

Bodycote: Ein Spezialist für Wärmebehandlung

Bodycote ist ein im britischen FTSE-Index gelistetes Industrieunternehmen, das auf Wärmebehandlungsdienstleistungen spezialisiert ist. Solche Verfahren werden eingesetzt, um die mechanischen Eigenschaften von Metallen und anderen Werkstoffen gezielt zu verändern – etwa um Härte, Festigkeit oder Verschleißbeständigkeit zu verbessern. Das Unternehmen beliefert Kunden aus Branchen wie der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie der Energieindustrie.

Das Interesse von Apollo an Bodycote reiht sich in eine breitere Tendenz von Private-Equity-Investoren ein, britische Industrieunternehmen ins Visier zu nehmen. Gerade nach dem Brexit und in Phasen schwächerer Pfund-Bewertungen gelten britische Unternehmen für internationale Käufer oft als attraktiv bewertet. Der nun gescheiterte Deal zeigt jedoch, dass solche Prozesse trotz anfänglichem Interesse und öffentlich bekannt gewordenen Angeboten nicht zwangsläufig zum Abschluss kommen.

Für Bodycote-Aktionäre bedeutet das Ende der Übernahmegespräche zunächst Unsicherheit. Der deutliche Kursaufschlag, den das bedingte Angebot ausgelöst hatte, dürfte sich nach dem Rückzug Apollos wieder teilweise zurückbilden. Ob weitere Interessenten für das Unternehmen auftreten werden, ist derzeit nicht bekannt.

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