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Apple-Aktie unter Druck: Chip-Engpässe und starke Quartalszahlen

Trotz eines Gewinnanstiegs von 27 Prozent belastet der globale Chipmangel Apples Produktionsplanung – die Aktie verliert nachbörslich über acht Prozent.

Apple-Aktie unter Druck: Chip-Engpässe und starke Quartalszahlen

Apple kämpft kurz vor dem erwarteten Start der neuen iPhone-Generation mit einem handfesten Lieferproblem. Konzernchef Tim Cook räumte ein, dass knappe Produktionskapazitäten bei kombinierten Chipsystemen – dem technologischen Herzstück von iPhones und Mac-Computern – das Unternehmen belasten. Zudem gestand Cook, dass Apple die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits ambitionierter Absatzprognosen unterschätzt habe.

In normalen Zeiten könnte Apple als einer der mächtigsten Kunden der Halbleiterbranche solche Engpässe durch seinen Einfluss bei Zulieferern abfedern. Doch diesmal ist die Lage anders: Es gebe „weniger Flexibilität" als üblich, erklärte Cook in einer Analystenkonferenz. Die Chipkapazitäten weltweit sind nahezu vollständig ausgebucht – der Boom rund um Künstliche Intelligenz treibt die Nachfrage nach Halbleitern für den Ausbau von Rechenzentren auf Rekordniveau.

Ausgerechnet jetzt, wo Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle für die Herbst-Markteinführung hochfährt, fehlt der nötige Spielraum. Wie gewohnt äußerte sich der Konzern nicht offiziell zu neuen Modellen. Branchenkenner rechnen jedoch fest mit einer Präsentation im September. Laut dem Finanzdienst Bloomberg soll in diesem Jahr erstmals auch ein aufklappbares iPhone-Modell erscheinen.

Starkes Quartal, enttäuschte Erwartungen

Die Quartalszahlen selbst können sich sehen lassen. Der iPhone-Umsatz kletterte im Jahresvergleich um knapp 22 Prozent auf 54,25 Milliarden Dollar – und übertraf damit die durchschnittlichen Analystenerwartungen. Das iPhone bleibt das wichtigste Standbein des Konzerns und macht rund die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Insgesamt legte Apples Umsatz um 16 Prozent auf gut 109,4 Milliarden Dollar zu, der Nettogewinn stieg um 27 Prozent auf knapp 29,8 Milliarden Dollar.

Zu diesem Ergebnis trugen laut Apple auch bereits verbuchte Rückzahlungen von US-Importzöllen bei. Diese stehen dem Konzern zu, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA bestimmte Handelsmaßnahmen von Präsident Donald Trump für ungültig erklärt hatte. Dennoch reichte das nicht, um alle Erwartungen zu erfüllen: Im Dienstleistungsgeschäft sowie im wichtigen China-Markt blieb Apple trotz Zuwächsen hinter den noch höheren Analystenprognosen zurück. Die Aktie reagierte im nachbörslichen US-Handel mit einem Minus von über acht Prozent.

Speicherchips: Teuer und knapp

Ein weiteres Kostenproblem betrifft den Markt für Speicherchips. Wie andere Computerhersteller auch leidet Apple unter einem drastischen Preisanstieg bei DRAM-Speichern. Vor wenigen Wochen erhöhte der Konzern deshalb die Preise für mehrere Gerätekategorien – die iPhones blieben bislang verschont. Cook wies darauf hin, dass der DRAM-Markt weltweit nur drei große Anbieter zähle. „Es wäre gut, wenn es mehr Lieferanten gäbe", sagte er – eine Aussage, die in der Branche als indirekter Aufruf gewertet wird, US-Firmen den Kauf chinesischer Speicherchips zu erlauben. Im Zuge des anhaltenden Handelskonflikts zwischen Washington und Peking stößt das in der US-Regierung jedoch auf Widerstand.

Das abgelaufene Quartal (Ende Juni) war zugleich das letzte vollständige unter Cooks Führung. Der langjährige Apple-Chef übergibt im September nach 15 Jahren an der Konzernspitze das Ruder an John Ternus, bisher verantwortlich für Apples Hardware-Geschäft. Für Anleger bleibt damit nicht nur die Chip-Frage offen, sondern auch die Frage, wie Ternus den Konzern in einem zunehmend komplexen geopolitischen und technologischen Umfeld führen wird.

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