Apple und Intel kooperieren bei Chip-Design und Produktion in den USA
Trump bestätigt Zusammenarbeit: Apple und Intel wollen gemeinsam Chips in den USA designen und produzieren – Intels Aktie steigt um 7 Prozent.

US-Präsident Trump hat über seinen Truth-Social-Kanal eine Kooperation zwischen Apple und Intel bei Chip-Design und -Produktion in den USA bekanntgegeben. Die Vereinbarung soll Intel eine stetige Nachfrage von einem der weltweit größten Unterhaltungselektronik-Konzerne sichern. Für Intel wäre dies ein bedeutender Schritt, um den Rückstand gegenüber dem weltgrößten Auftragsfertiger TSMC zu verringern.
Die Märkte reagierten prompt: Intels Aktie stieg um 7 Prozent auf ein Rekordhoch und baute damit das bereits dreifache Plus in diesem Jahr weiter aus. Apple-Aktien legten ebenfalls zu, wenn auch moderater um 0,8 Prozent. Weder Apple noch Intel äußerten sich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters zu der Vereinbarung.
Hintergrund: Langjährige Gespräche und strategische Interessen
Bereits im Mai hatte das Wall Street Journal berichtet, dass Intel nach mehr als einjährigen Gesprächen eine vorläufige Vereinbarung über die Fertigung einiger Chips für Apple getroffen habe. Trump machte in seinem Beitrag keine Angaben dazu, welche konkreten Chips Intel für Apple herstellen würde. Er bezeichnete die Vereinbarung als seinen jüngsten Versuch, Intel zu unterstützen – nachdem er bereits Geschäfte mit Nvidia und Tesla vorangetrieben hatte.
Für Apple bietet die Kooperation die Möglichkeit, seine Produktionsbasis zu diversifizieren und zusätzliche Chipkapazitäten zu erschließen. Dies ist besonders relevant, da der bisherige Hauptpartner TSMC durch die sprunghaft steigende Nachfrage von KI-Chipherstellern wie Nvidia und AMD stark ausgelastet ist. Eine breitere Lieferbasis reduziert Apples Abhängigkeit von einem einzigen Fertigungspartner erheblich.
US-Regierung als Intel-Aktionär mit strategischem Interesse
Die US-Regierung ist mit rund 10 Prozent an Intel beteiligt und damit größter Einzelaktionär des Chipherstellers. Trump hatte zuvor erklärt, er hätte „nach einem größeren Anteil" an Intel fragen sollen, nachdem der Wert der Regierungsbeteiligung auf mehr als 50 Milliarden US-Dollar gestiegen war. Washington verfolgt damit eine klare industriepolitische Strategie zur Stärkung der heimischen Halbleiterproduktion.
Im Rahmen dieser Strategie hat die US-Regierung ihre Bemühungen zur Sicherung kritischer Lieferketten für Mineralien und Halbleiter intensiviert. Ziel ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern – ein Thema, das angesichts geopolitischer Spannungen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Erwerb von Kapitalbeteiligungen an strategisch wichtigen Unternehmen ist dabei ein zentrales Instrument.
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Zur AktienanalyseIntels Weg zurück zu Apple – und in die Zukunft
Die Beziehung zwischen Intel und Apple hat eine wechselvolle Geschichte. Rund 15 Jahre lang, bis 2020, lieferte Intel Prozessoren für Mac-Laptops. Dann vollzog Apple den Wechsel zu seinen eigenen Chips der M-Serie, die von TSMC gefertigt werden. Die M-Chips gelten seither als treibende Kraft hinter den gestiegenen Mac-Verkaufszahlen.
Parallel dazu arbeitet Intel an seiner Fertigungstechnologie der nächsten Generation: Im April gewann das Unternehmen Tesla als ersten Großkunden für sein 14A-Fertigungsverfahren, das voraussichtlich 2029 in die Massenproduktion gehen soll. Eine Partnerschaft mit Apple würde Intels Position als ernstzunehmender Auftragsfertiger weiter festigen und dem Unternehmen helfen, im globalen Wettbewerb mit TSMC Boden gutzumachen.


