Arbeitskampf belastet General Motors
Der aktuelle Arbeitskampf durchkreuzt die langfristigen Pläne des Autobauers

Der wochenlange Arbeitskampf der US-Autoarbeiter hat den größten amerikanischen Autobauer, General Motors (GM), finanziell schwer belastet. Der Konzern hat kürzlich seine Gewinnprognose für das gesamte Jahr, die bisher zwischen 9,3 und 10,7 Milliarden Dollar lag, zurückgezogen. Grund hierfür sind die enormen Kosten, die durch den Produktionsausfall entstanden sind. Pro Woche beliefen sich diese Kosten auf etwa 200 Millionen Dollar, sodass sich die Gesamtkosten des Streiks bisher auf 800 Millionen Dollar summieren, wie der GM-Finanzvorstand Paul Jacobson mitteilte.
Das Dilemma hat den Konzern dazu veranlasst, seine Pläne im Bereich der Elektroautos zu drosseln. Konzernchefin Mary Barra kündigte eine Verlangsamung der Elektroautopläne an. In der Zwischenzeit erhöhte die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) den Druck auf das Unternehmen, indem sie den Streik auf ein SUV-Werk in Texas ausweitete. Circa 5.000 Mitarbeiter haben sich dem bereits sechs Wochen andauernden Arbeitskampf angeschlossen, um Forderungen nach höheren Löhnen Nachdruck zu verleihen.
Seit Mitte September hat die UAW Streiks gegen die drei traditionellen US-Autobauer – GM, Ford und Stellantis – organisiert. Über ein Viertel der Beschäftigten dieser Unternehmen hat bereits die Arbeit niedergelegt. Insbesondere bei GM sind nun drei Werke und fast 20 regionale Ersatzteil-Verteilzentren betroffen. Die UAW fordert für ihre Mitglieder über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren 40 Prozent mehr Gehalt. Die drei Autobauer haben bisher nur eine Gehaltserhöhung von 23 Prozent angeboten. Interessant ist, dass GM, im Gegensatz zu Ford und Stellantis, der UAW kein Streikrecht bei drohenden Werksschließungen einräumen möchte.
Trotz der hohen finanziellen Belastungen durch den Streik zeigt sich GM kompromisslos. "Wir werden keinem Vertrag zustimmen, der unverantwortlich gegenüber unseren Beschäftigten und Aktionären ist", betonte Barra. Der Finanzvorstand wies neben den Streikkosten auch auf zukünftige Arbeitskosten und eine allgemein unsichere Wirtschaftslage hin. Er äußerte Bedenken, dass neben den steigenden Zinsen auch geopolitische Konflikte, wie der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, die Verbrauchernachfrage negativ beeinflussen könnten.
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Zur AktienanalyseTrotz allem verzeichnete GM im dritten Quartal eine Umsatzsteigerung von 5,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, mit einem Umsatz von 44,1 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn ging jedoch um 7,3 Prozent auf 3,06 Milliarden Dollar zurück, was immer noch besser ist als die ursprünglich von Analysten prognostizierten 2,5 Milliarden Dollar.


