ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Arbitrage im Private Credit: Anleger nutzen Bewertungsunterschiede aus

Nicht Angst, sondern Kalkül treibt manche Investoren: Sie schichten Kapital zwischen Private-Credit-Fonds um und nutzen Bewertungsunterschiede.

Arbitrage im Private Credit: Anleger nutzen Bewertungsunterschiede aus

Der Private-Credit-Markt steht unter Druck – doch nicht alle Anleger, die ihr Kapital abziehen, handeln aus Verunsicherung. Wie das Wall Street Journal berichtet, nutzen einige Investoren gezielt Bewertungsunterschiede zwischen verschiedenen Kreditfonds aus. Sie schichten Barmittel von einem Fonds in einen anderen um – ein klassisches Arbitrage-Geschäft.

Das Prinzip ist dabei vergleichsweise einfach: Alle betroffenen Fonds halten private Darlehen, doch einige werden mit einem Abschlag gegenüber anderen gehandelt. Wer diese Preisunterschiede erkennt und geschickt ausnutzt, kann daraus einen finanziellen Vorteil ziehen – ohne dass sich die zugrunde liegenden Kreditportfolios grundlegend unterscheiden müssen.

Was sind Business Development Companies?

Viele der größten Private-Credit-Fonds werden als Business Development Companies, kurz BDCs, bezeichnet. Diese Vehikel spielen im amerikanischen Private-Credit-Markt eine zentrale Rolle und sind für institutionelle wie auch für private Anleger zugänglich. BDCs investieren typischerweise in Kredite an mittelständische Unternehmen, die keinen direkten Zugang zu den öffentlichen Kapitalmärkten haben.

Der Private-Credit-Markt insgesamt sieht sich derzeit mit einer Rekordzahl an Rücknahmeanträgen von Anlegern konfrontiert. Viele Investoren sind angesichts der von den Fonds gehaltenen Kredite verunsichert – sei es wegen der Kreditqualität, der Bewertungsmethoden oder der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Dieser Druck auf den Markt schafft gleichzeitig die Voraussetzungen für Arbitrage-Strategien.

Arbitrage verschärft den Abfluss

Die Arbitrage-Geschäfte verschärfen die ohnehin angespannte Situation im Private-Credit-Segment zusätzlich. Denn selbst wenn ein Anleger nicht aus Sorge um die Kreditqualität aussteigt, sondern lediglich in einen günstiger bewerteten Fonds umschichtet, erhöht er damit den Druck auf den Fonds, aus dem er abzieht. Die Mittelabflüsse steigen – unabhängig vom eigentlichen Motiv des Anlegers.

Die Wall Street hat für solche Strategien einen klaren Begriff: Arbitrage. Dass diese Praktiken nun Einzug in den Private-Credit-Markt halten, zeigt, wie ausgereift und zugleich wie anfällig dieser Markt geworden ist. Was einst als vergleichsweise stabiles, illiquides Anlagesegment galt, entwickelt sich zunehmend zu einem Markt, in dem auch kurzfristige Preisunterschiede aktiv ausgenutzt werden.

Für deutsche Privatanleger, die in Private-Credit-Produkte oder BDC-ähnliche Strukturen investiert sind oder dies erwägen, ist diese Entwicklung ein wichtiges Signal: Die scheinbare Stabilität solcher Fonds kann durch Mittelabflüsse – gleich welcher Motivation – unter Druck geraten. Die Bewertungsunterschiede zwischen Fonds mit ähnlichen Portfolios verdienen dabei besondere Aufmerksamkeit.

Private CreditArbitrageBusiness Development CompaniesBDCMittelabflüsseKreditfondsBewertungsunterschiede

Disclaimer