Argentinien genehmigt milliardenschweres Lithiumprojekt von Rio Tinto
Erstes Vorhaben unter neuem Investitionsprogramm RIGI sorgt für Signalwirkung in der Branche

Argentinien hat ein Lithium-Bergbauprojekt des anglo-australischen Konzerns Rio Tinto mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Milliarden US-Dollar genehmigt. Das Projekt namens Rincon liegt in der nördlichen Provinz Salta und ist das erste, das unter dem neuen Investitionsanreizprogramm RIGI zugelassen wurde. Die Genehmigung wurde durch Daniel Gonzalez, den Sekretär für Bergbau- und Energiekoordination, auf einer Konferenz in Buenos Aires bekannt gegeben.
Das RIGI-Programm bietet unter anderem steuerliche und zollrechtliche Vorteile, Zugang zu internationaler Schiedsgerichtsbarkeit im Falle von Streitigkeiten sowie langfristige Stabilitätspläne. Seit der Einführung vor neun Monaten wurden sieben Bergbauprojekte zur Genehmigung eingereicht, jedoch blieb die Zustimmung bislang aus, was in der Branche für Unruhe sorgte. Mit der nun erfolgten Genehmigung äußerte sich der Präsident der argentinischen Bergbaukammer CAEM, Roberto Cacciola, erleichtert über die Entwicklung.
Die Regierung unter Präsident Javier Milei verfolgt das Ziel, den Bergbausektor des Landes zu stärken, um dringend benötigte Devisen zu generieren und die wirtschaftliche Stabilität trotz hoher Inflationsraten zu sichern. Argentinien ist derzeit der weltweit viertgrößte Lieferant von Lithium. Gemeinsam mit Chile und Bolivien bildet das Land das sogenannte „Lithiumdreieck“, das über die größten Reserven des Metalls verfügt. Lithium wird unter anderem für die Produktion von Elektronik, Elektrofahrzeugen und weiteren Schlüsseltechnologien verwendet.
Neben Lithium exportiert Argentinien auch Gold und Silber und verfügt über größere Kupferprojekte, die sich allerdings noch in der Planungsphase befinden. Weitere Unternehmen, die Anträge auf Genehmigung unter dem RIGI-Programm gestellt haben, sind Ganfeng aus China, McEwen Copper aus Kanada und Posco aus Südkorea. Fünf der eingereichten Projekte betreffen Lithium, eines Gold und eines Kupfer.
Bislang wurde jedoch ausschließlich das Projekt von Rio Tinto genehmigt, obwohl laut Programmrichtlinien Entscheidungen innerhalb von 45 Arbeitstagen getroffen werden sollten. Branchenkreise vermuten, dass die Verzögerungen nicht beabsichtigt waren, sondern auf die Komplexität der behördlichen Genehmigungsprozesse zurückzuführen sind. Einige Unternehmen hätten ihre Anträge möglicherweise zu früh eingereicht und dabei die Anforderungen des Programms noch nicht vollständig erfüllt.
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Zur AktienanalyseIm vergangenen Jahr exportierte Argentinien Mineralien im Wert von 4,8 Milliarden US-Dollar, vor allem Gold, gefolgt von Silber und Lithium. Mehrere staatliche Stellen wurden um Stellungnahme gebeten, reagierten jedoch zunächst nicht.

